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Asien

Händeschütteln und Gespräche zwischen China und Taiwan

Zwischen China und Taiwan soll es einen neuen Dialog geben. Darauf einigten sich Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao und der Chef der taiwanischen Regierungspartei KMT, Wu Poh-hsiung.

Poh-hsiung und Hu Jintao schütteln sich die Hände

Annäherung zweier Rivalen

Es war das hochrangigste Treffen zwischen den beiden Staaten seit 60 Jahren. Hu empfing Wu am Mittwoch (28.5.2008) in Peking. "Ich hoffe, dass wir die Beziehungen verbessern und in Richtung einer friedlichen Entwicklung auf beiden Seiten der Meeresstraße lenken", sagte der chinesische Staatspräsident. Er begrüßte den Gast aus Taiwan in der großen Halle des Volkes am Platz des Himmlischen Friedens und dankte ihm für die Hilfe nach dem Erdbeben vom 12. Mai.

Aufruf zum Frieden

Landkarte: Die Insel Taiwan, oben links China

Die Meerenge von Taiwan - Die Beziehungen zwischen China und Taiwan sind seit Jahrzehnten angespannt

KMT-Chef Wu Poh-hsiung rief Chinesen und Taiwaner auf, alles zu tun, damit beide Völker nicht zu den Waffen greifen. Der Empfang wurde live vom chinesischen Fernsehen übertragen.

Nach dem Gespräch zwischen den Politikern berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Donnerstag von einer Einigung: Nach neun Jahren Unterbrechung nehmen China und Taiwan vom 11. bis 14. Juni ihren regelmäßigen Dialog wieder auf.


"Differenzen außen vor lassen"

Wu Poh-hsiung sagte, beide seien sich einig, gegenseitiges Vertrauen aufbauen zu wollen. Differenzen, die nicht in nächster Zukunft gelöst werden könnten, wolle man außen vor lassen.

Zunächst sollen regelmäßige direkte Charterflüge organisiert und chinesische Touristenreisen ausgeweitet werden.

Konflikt seit 60 Jahren

Porträt Ma Ying-jeou

Taiwans neuer Präsident Ma Ying-jeou wirbt für bessere Beziehungen zu China

China betrachtet Taiwan seit der Abspaltung 1949 als abtrünnige Provinz und strebt eine Vereinigung mit der Insel zu seinen Bedingungen an. Auf die Unabhängigkeitsbestrebungen des ehemaligen Taiwaner Präsidenten Chen Shui-bian hatte Peking 2003 mit unverhohlenen Kriegdrohungen reagiert.

Treffen als Ergebnis eines Machtwechsels

Das Treffen in Peking ist Ergebnis eines Machtwechsel in Taiwan. Seit Januar 2008 regiert in Taipeh die KMT, und seit März stellt die Partei auch den Präsidenten, Ma Ying-jeou. Dieser plädiert für einen Dialog mit China und will die wirtschaftlichen Bindungen zwischen den Ländern stärken.

Schon im April 2005 hatte der damalige KMT-Parteichef Lien Chan erstmals die Volksrepublik China besucht. Damals saß die Partei noch in der Opposition. (jms)

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