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Politik

Hälfte der Brände in Australien offenbar durch Brandstiftung verursacht

Die Polizei hat eine Sondereinheit gebildet und fahndet nach Verdächtigen. Die Behörden befürchten weiter steigende Opferzahlen, da noch mehr als ein Dutzend Brände außer Kontrolle sind.

Buschfeuer bei Melbourne (Quelle: AP)

Buschfeuer bei Melbourne

Angesichts der verheerenden Buschfeuer mit mehr als 180 Toten hat Australien die umfangreichsten Ermittlungen zu Brandstiftung in der Geschichte des Landes gestartet.

Australians Premierminister Kevin Rudd (Quelle: AP)

Australians Premierminister Kevin Rudd

Nach Polizeiangaben untersucht eine Spezialeinheit von 100 Beamten die Ursachen für die Brände und fahndet nach möglichen Brandstiftern. Premierminister Kevin Rudd bezeichnete die vermuteten Brandstifter am Dienstag (10.02.2009) erneut als Massenmörder. Die Behörden im australischen Bundesstaat Victoria richteten wegen der ständig steigenden Opferzahl eine spezielle Leichenhalle für die Feuertoten ein.

Vorwürfe an die Behörden

Das Ausmaß der Katastrophe setzt die australische Öffentlichkeit unter Schock. Die Behörden verteidigten sich gegen Kritik, räumten aber ein, dass die bisherigen Richtlinien zur Evakuierung geändert werden sollten. Diese stellen es den Betroffenen frei, ob sie der Aufforderung zum Verlassen ihrer Häuser Folge leisten. Die australische Feuerwehr besteht zum größten Teil aus Freiwilligen. Auch haben sie nicht die Mittel, um jedes Haus vor der Zerstörung zu bewahren. Daher versuchen viele Hausbesitzer, ihr Anwesen selbst zu schützen.

Hilfsmaßnahmen laufen auf Hochtouren

Das schlimmste Inferno der vergangenen Jahrzehnte zerstörte etwa 1000 Häuser. Hunderte Menschen wurden verletzt, tausende wurden obdachlos. Bisher brannten 3500 Quadratkilometer ab - das entspricht in etwa der Fläche von Hamburg und dem Saarland. Aus allen Teilen Australiens kamen Helfer und Feuerwehrleute in die von dem Inferno heimgesuchten Gebiete. Auch das Militär und Zehntausende Freiwillige sind im Einsatz, Neuseeland sagte 100 Brandbekämpfer zu. Zudem versuchen hunderte Flugzeuge aus der Luft, die lodernden Flammen zu löschen. Der Versicherungskonzern Allianz schätzt, dass sich die Schäden auf mehr als 500 Millionen australische Dollar belaufen könnten, das sind etwa 260 Millionen Euro.

Umweltschützer warnen vor noch verheerenderen Feuern

Feuerwehrleute kämpfen gegen die Flammen (Quelle: AP)

Feuerwehrleute kämpfen gegen die Flammen

Die australischen Buschfeuer gehören zu den folgenschwersten Flächenbränden überhaupt. Bislang wurden nur zwei verheerendere Waldbrände bekannt: 1871 starben im US-Bundesstaat Wisconsin Schätzungen zufolge 800 bis 1200 Menschen bei einem Feuer auf 5000 Quadratkilometern Fläche. Vor gut 20 Jahren, im Mai 1987, waren in China fast 200 Tote zu beklagen, nachdem in der Provinz Heilongjiang eine Fläche von 10.000 Quadratkilometern Feuer gefangen hatte. Die Umweltstiftung WWF erklärte am Montag, die Erwärmung des Klimas werde zu noch schlimmeren Trockenheiten und Feuern führen. Für die Stadt Sydney geht die Organisation von einem Temperaturanstieg von 4,8 Grad Celsius bis zum Jahr 2070 aus. Ein Sprecher warnte: Die schlimmen Folgen der Brände in Australien hingen vor allem mit mangelnder Prävention und der ungenügenden Einstellung des Menschen auf natürliche Gegebenheiten zusammen. Australien sei von jeher ein Kontinent des Feuers gewesen. Etwa 95 Prozent aller Waldbrände dort werden laut WWF vom Menschen verursacht. (HF)

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