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Europa

Häkkerup gibt im Kosovo auf

Der UN-Verwalter für das Kosovo, Hans Häkkerup, tritt ab. Er werde seinen Vertrag, der zur Jahreswende ausläuft, nicht mehr verlängern. Jetzt wird über die Hintergründe spekuliert.

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Geht: Hans Haekkerup

Der 56-jährige Häkkerup hat es nicht einmal ein Jahr im Kosovo gehalten. Der Däne nannte familiäre Gründe für seine Entscheidung, seine Frau erwartet zu Hause ein Baby. Häkkerups Vorgänger, der Franzose Bernard Kouchner, war immerhin anderthalb Jahre im Kosovo geblieben. Auch Kouchner war in dieer Zeit von Albanern wie Serben stark kritisiert worden.

Probleme mit der Infrastruktur

Seit Häkkerup das Amt im Januar übernommen hatte, wünschten sich viele Kosovaren jedoch den Franzosen zurück. Das hat viele Gründe. Auch im dritten Winter unter internationaler Verwaltung ist das Leben selbst in den großen Städten wie Pristina hart, Energie ist Mangelware, regelmäßig fällt der elektrische Strom aus oder er muss sogar unterbrochen werden. Das beeinträchtigt natürlich auch die Wasserversorgung. Von den millionenschweren Investitionen in Kosovar I und II, also den beiden Blöcken des altersschwachen Kohlekraftwerks, hatten sich viele Menschen der Provinz mehr versprochen. Die Heizungssysteme der großen Wohnhäuser funktionieren nur mangelhaft oder gar nicht. In Pristina wird mittlerweile sogar darüber spekuliert, ob das technische oder politische Ursachen habe.

Wortreich hatten Vertreter der Übergangsverwaltung solche Vorwürfe stets zurückgewiesen. Eines der Argumente ist dabei nicht von der Hand zu weisen: Viele Kosovaren zahlen ihre Stromrechnungen nicht und Energieimporte sind schwierig und teuer.

Die Wahlen haben stattgefunden

Die Alltagsprobleme dieser Menschen in der Provinz überdecken zumindest aus ihrer Sicht die Erfolge des Dänen Hans Häkkerup. Immerhin können sich Serben und Albaner sicherer fühlen als noch im letzten Winter.

Als Häkkerup im Januar Leiter der UN-Übergangsverwaltung wurde, behielt er sich vor, ein Versprechen Kouchners zu brechen. Der Däne sagte damals, es sei noch unsicher, ob die Kosovaren ein Parlament wählen könnten. Vor anderthalb Monaten war es trotzdem soweit. Dass die Wahlen Mitte November überhaupt möglich waren, und dass sie einigermaßen ruhig vonstatten gingen, konnte Häkkerup als Erfolg verbuchen. Die Zerstrittenheit der albanischen Parteien hat die Bildung einer Provinzregierung bisher jedoch verhindert.

Gerwald Herter (BR)

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