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Politik

Gyanendra gibt nach

Nach wochenlangen Protesten hat der autoritär regierende König in Nepal die Wiedereinsetzung des Parlaments angekündigt - eine der Hauptforderungen der Opposition. Der Generalstreik wurde ausgesetzt.

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Feiernde Nepalis

Nach der Ankündigung von König Gyanendra, das vor vier Jahren aufgelöste Parlament wieder einzusetzen, hat die Opposition in Nepal am Dienstag (25.4.2006) ihren wochenlangen Generalstreik beendet. Eine geplante Massenkundgebung werde als "Siegesfeier" dennoch stattfinden, sagte ein Sprecher.

Parlamentssitzung für Freitag angekündigt

König Gyanendra hatte am Montag in einer vom staatlichen Fernsehen und Rundfunk übertragenen Rede an die Nation angekündigt, das Parlament werde an diesem Freitag erstmals wieder zusammenkommen.

Die Opposition kündigte an, nach der Bildung einer neuen Regierung eng mit den maoistischen Rebellen zusammenzuarbeiten. Die Rebellen hatten die politischen Parteien zuletzt in ihrem Kampf gegen Gyanendras Alleinherrschaft unterstützt. "Wir haben den König in die Knie gezwungen", sagte der Oppositionelle Rajan Sreshta am Dienstag in der Hauptstadt Kathmandu.

Maoisten wollen den König weiter bekämpfen

Im Gegensatz zur politischen Opposition wollen die maoistischen Rebellen den Vorschlag des Königs allerdings nicht akzeptieren. Der König wolle sich mit Hilfe einer Verschwörung an der Macht halten, erklärte Rebellenführer Prachanda. Er fordert die politischen Gruppen des Landes auf, nicht auf das Angebot einzugehen.

Die Rebellen erklärten, sie wollten ihre Blockade der Hauptstadt Kathmandu ungeachtet der neuen Entwicklung fortsetzen. Rebellenführer Prachanda rief die Bevölkerung auf, die wochenlangen Proteste gegen Gyanendra fortzusetzen: "Das ist eine neue List, um das nepalesische Volk auseinander zu dividieren und seine autokratische Monarchie zu retten."
Zugeständnisse reichten nicht aus

Nepal Proteste

Die Polizei setzte Tränengas und Gummigeschosse gegen die Demonstranten ein

Gyandendra hatte am Freitag (21.4.) nach den anhaltenden Protesten politische Zugeständnisse gemacht. Unter anderem hatte der König angeboten, einen Ministerpräsidenten zu nominieren. Die Zugeständnisse gingen den Demonstranten jedoch nicht weit genug, so dass sie ursprünglich für Dienstag einen Generalstreik angekündigt hatten. Die Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten zogen sich seit drei Wochen hin. Mindestens zwölf Menschen waren dabei getötet und hunderte verletzt worden.

Im Februar 2005 hatte Gyanendra die Regierung entlassen und selbst die Macht übernommen. Bis dahin wurde Nepal im Rahmen einer konstitutionellen Monarchie regiert.

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