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Afrika

Guter Start für Migrantenkinder

Noch immer sind Kinder aus Migrantenfamilien in Deutschland oft benachteiligt. Gute Deutschkenntnisse sind wichtig, damit sie in der Schule Erfolg haben. Studenten helfen den Kindern, ihr Deutsch zu verbessern.

Schülerin

Mit Spaß bei der Arbeit: Rosaline

Rosaline ist sieben Jahre alt. Zusammen mit Petra Barillova sitzt sie in ihrem Kinderzimmer am Schreibtisch und malt konzentriert einen Hahn und einen Hasen aus – alles Tiere, die mit einem "H" anfangen. Petra Barillova, die eigentlich im 9. Semester Medizin studiert, besucht Rosaline einmal in der Woche und hilft ihr beim Lernen. Für Rosaline ist Deutsch nicht so einfach. Ihre Mutter ist vor neun Jahren aus Ghana nach Deutschland gekommen und Zuhause spricht sie mit Rosaline vor allem Twi, die meist gesprochene Sprache Ghanas.

Angst vor Sprachproblemen

Rosalines Mutter hat sich Sorgen gemacht, dass ihre Tochter in der Schule deswegen Sprachprobleme bekommen könnte. Auf der Suche nach Unterstützung für Rosaline ist sie auf das Projekt "Schlauberger" der Gemeinnützigen Gesellschaft zur Unterstützung Asylsuchender gestoßen. Denn auch wenn Rosaline mittlerweile gut Deutsch spricht, sagt sie selbst: "Manchmal will ich was sagen und mir fehlt das Wort auf Deutsch."

Mit dem Projekt "Schlauberger " wollte der Verein verhindern, dass Kinder aus Migrantenfamilien wegen ihrer Herkunft Nachteile haben. Zusammen mit der Studenteninitiative Weitblick und verschiedenen Schulen vermitteln sie Studenten als Paten an Kinder mit Migrationshintergrund. Mittlerweile engagieren sich schon 75 Studenten in dem Projekt. Für Rosalines Mutter ist die Hilfe eine große Erleichterung.

Spaß ist das wichtigste

Rosaline freut sich immer auf die Freitage, an denen Petra Barillova zu Besuch kommt, aus einem ganz einfachen Grund: "Weil wir dann lernen und das macht mir Spaß." Mit Lernspielen und Übungsaufgaben wiederholen beide den Schulstoff der ersten Klasse. Doch es bleibt dabei immer auch genug Zeit zum Erzählen.

Schlauberger Integrationsprojekt für Kinder

Rosaline und Petra genießen die gemeinsame Zeit

Für Petra Barillova sind die Treffen ein Ausflug in eine ganz andere Welt. "Das ist meine Connection zur realen Welt", sagt sie. Neben Uni, Labor und Lernen sei ihre Zeit mit Rosaline ein guter Ausgleich. "Das macht wirklich Spaß mir Rosaline, weil sie auch lernen will. Es stimmt, dass sie Spaß daran hat zu Lernen", erzählt Barillova.

Zweisprachigkeit als Chance

Schlauberger Integrationsprojekt für Kinder

Große Fortschritte dank Petras Hilfe

Zwei Sprachen spricht Rosaline mit ihren sieben Jahren schon. Petra Barillova betont: "Ich finde es eigentlich schade, dass man immer so sieht, dass die Kinder nicht so gut deutsch sprechen. Aber ich sehe das gerade umgekehrt. Das sind Kinder, die zwei Sprachen sprechen. Das sollte man als Chance sehen oder als einen großen Vorteil." Barillova selbst kommt aus der Slowakei und lebt seit fünf Jahren in Deutschland. Auch deswegen liegt es ihr am Herzen Rosaline zu helfen, sich in Deutschland wohl zu fühlen.

Gemeinsamer Erfolg

Während Rosalines Deutsch durch das Üben mit Petra Barillova immer besser wird, sind die Treffen auch für die Patin selbst ein Gewinn. Sie ist fasziniert, wie schnell Rosaline Neues lernt. Buchstaben zu verbinden, das war anfangs ein großes Problem für Rosaline. Aber irgendwann hat sie es dann einfach verstanden. "Als sie das geschafft hat, da waren wir beide so glücklich. Manchmal denke ich: Jetzt wird Rosaline das ihr ganzes Leben lang können, weil ich ihr das beigebracht habe."

Mehr Selbstbewusstsein durch die Paten

Rosaline ist stolz darauf, was sie mit ihrer Patin alles schafft. "Wenn wir fertig sind mit der Stunde, dann zeigt sie ihrer Mutter auch immer, was sie geschafft hat", erzählt Barillova. Und genau so entwickeln Migrantenkinder mithilfe der Studenten langsam ein größeres Selbstbewusstsein.

Autorin: Sonja Gillert

Redaktion: Christine Harjes