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Aktuelles

Guter Rat hilft - auch Migranten

Guter Rat ist manchmal billig: Migranten, die frühzeitig beraten werden, rutschen nicht so leicht in Hartz IV ab. Das ergab eine neue Studie des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge.

Das Ergebnis der Studie war eindeutig: Vor der Beratung hatten 55 Prozent der erfassten Migranten Arbeitslosengeld II, also Hartz IV, bezogen. Nachdem sie sich hatten informieren lassen, reduzierte sich die Zahl der Empfänger auf 39 Prozent.

Erstellt wurde die Studie vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Das Amt mit Sitz in Nürnberg hatte 2011 erstmals systematisch Daten zur Beratung von Migranten erfasst. Die Schlussfolgerung lag auf der Hand: Umfassende und frühzeitige Beratung hilft den Migranten ebenso wie den Sozialbehörden.

Bessere Vernetzung der Kommunen gefordert

Der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) empfiehlt in diesem Zusammenhang eine bessere Beratung der Kommunen in integrationspolitischen Fragen. Das unabhängige Expertengremium schlägt daher eine zentrale Serviceagentur für kommunale Integrationspolitik vor. In einer solchen Agentur könnten Integrationskonzepte gebündelt und Beratungen systematisiert werden, heißt es in einer Erklärung des Sachverständigenrats. Die Serviceagentur solle wechselseitiges kommunalpolitisches Lernen und Vergleichen verantwortlich organisieren und dafür geeignete Netzwerke und Plattformen bereitstellen. Ihre Aufgaben wären eine Vernetzung der Kommunen untereinander sowie eine Vernetzung mit der Landes- und Bundesebene.

Der Rat, der unter anderem von der VolkswagenStiftung und der Bertelsmann Stiftung gefördert wird, kritisiert die derzeitige dezentrale Beratungspraxis. Durch die föderale Struktur komme es auf unterschiedlichen Stellen in Bund, Ländern und Kommunen zu Parallelstrukturen, Überschneidungen und Konkurrenz.

Schüler mit Migrantenhintergrund in einer Leipziger Schule Foto: dpa

Bundesweite Serviceagentur könnte die Bildungschancen von Menschen mit Migrationshintergrund verbessern.

Ein positives Beispiel sei das Land Nordrhein-Westfalen, heißt es in der Erklärung des Sachverständigenrates: Dort war in 27 Städten und Gemeinden die Integrationspolitik in regionalen Arbeitsstellen verankert worden. Nach einem im Februar verabschiedeten Landesgesetz sollen diese Einrichtungen zu kommunalen Integrationszentren weiterentwickelt werden. Ziel ist, die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu verbessern.

Nur wenige ausländische Abschlüsse werden anerkannt

Die Studie des BAMF brachte außerdem eine ernüchternde Erkenntnis in Bezug auf die Anerkennung ausländischer Schul- und Berufsabschlüsse. Insgesamt hätten sich im vergangenen Jahr 12.336 Zuwanderer um eine Anerkennung ihrer im Ausland erworbenen Abschlüsse bemüht. In 976 Fällen hätten die deutschen Behörden die ausländischen Abschlüsse nicht akzeptiert.

Seit Inkrafttreten des Anerkennungsgesetzes am 1. April 2012 haben nach Erkenntnissen des Bundesamtes mehr Migranten eine Anerkennung ihrer Abschlüsse angefragt. Zugleich beklagt Deutschland aber einen Mangel an Fachkräften.

nem/mm (dpa, epd)