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Wirtschaft

Gute Zeiten für Sparschweine

"Spare bei Zeiten, dann hast du im Alter!" Das könnte das Motto des diesjährigen Weltspartags sein. Denn nicht mehr Konsumwünsche stehen beim Sparen im Vordergrund, sondern die individuelle Altersvorsorge.

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Geldanlage ohne Risiko

Den Weltspartag gibt es schon lange: Er geht auf einen internationalen Sparkassenkongress im Jahr 1924 in Mailand zurück. Seitdem hat sich trotz des wirtschaftlichen und sozialen Wandels am Spar-Gedanken nicht viel geändert: Sicherheit und Langfristigkeit der Geldanlage stehen im Vordergrund.

Unterdessen haben sich die Beweggründe der Sparer gewandelt: War über Jahrzehnte hinweg die Erfüllung individueller Konsumwünsche die maßgebliche Antriebsfeder, so ist in den vergangenen Jahren das Motiv der Altersvorsorge wichtiger geworden. Das liegt auch an der Unsicherheit über die Zukunft der sozialen Sicherungssysteme.

Spar-Botschaft ist angekommen

Sinn des Weltspartags ist es, das Bewußtsein für die Wichtigkeit der Vermögensbildung und der eigenen Vorsorge zu schärfen, wie Sparkassenpräsident Dietrich Hoppenstedt erklärt: "Das gilt in zwei Richtungen: Gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern, denen die Wichtigkeit immer wieder vor Augen geführt werden muß. Und gegenüber der Politik, die den Menschen die Freiräume zur eigenen Vermögensbildung lassen muß."

Zumindest die Bürgerinnen und Bürger scheinen die Botschaft verstanden zu haben: Angesichts allgemeiner wirtschaftlicher Unsicherheit und der zunehmenden Probleme in der Rentenversicherung legen die Deutschen wieder mehr Geld auf die hohe Kante. Die Ersparnis der privaten Haushalte ist im vergangenen Jahr um acht Prozent auf 138 Milliarden Euro gestiegen. Das ist der erste Anstieg der Sparquote seit dem Jahr 1991. Von 100 Euro verfügbarem Einkommen sparen die Deutschen derzeit zehn Euro und vierzig Cent. Das entspricht einer Sparquote von 10,4 Prozent.

Das Sparbuch ist tot, es lebe das Sparbuch!

Die Politik hingegen gewährt den Bürgerinnen und Bürgern offenbar nur bedingt die geforderten "Freiräume zur eigenen Vermögensbildung": Trotz des Anstiegs der Sparquote um 0,2 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr belegt Deutschland im europäischen Vergleich nur auf einem Mittelfeld-Platz. An der Spitze liegt Frankreich mit einer Sparquote von 15,4 Prozent, gefolgt von Irland mit 15,3 Prozent. In Großbritannien werden dagegen nur 5,6 Prozent des verfügbaren Einkommens der privaten Haushalte gespart, in Finnland sogar nur 4,2 Prozent.

Eine aktuelle Umfrage des Sparkassenverbandes befasst sich mit dem Sparverhalten der Deutschen: Nach dem Debakel am Aktienmarkt werde Sicherheit bei den Sparern ganz groß geschrieben und sei bei der Auswahl der Anlageformen das entscheidende Kriterium. Das inzwischen tot geglaubte Sparbuch erlebe eine Wiedergeburt. Wer sich überhaupt noch an den Aktienmarkt wagt, der bevorzugt offenbar die Streuung des Risikos und investiert in Aktienfonds. Auch wird wieder mehr Geld in Versicherungen, vor allem in private Rentenverträge angelegt.

Geldvernichtung durch Aktienkursverluste

Der Grund für das risikoscheue Verhalten der Sparer: In den vergangenen beiden Jahren haben die Kursverluste am Aktienmarkt rund zwei Drittel des neu gebildeten Geldvermögens dieser Jahre aufgezehrt. Sparer, die auf Aktien gesetzt haben, haben viel Geld eingebüßt. Ein Indiz dafür könnte sein, dass Ende des letzten Jahres belief sich das Geldvermögen der privaten Haushalte auf 3.653 Milliarden Euro. Für dieses Jahr wird damit gerechnet, daß das Geldvermögen erstmals nicht mehr zunimmt, vielleicht sogar zurückgehen wird.

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