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Wirtschaft

Gute Stimmung in fast allen Branchen

Die deutsche Wirtschaft hat die Krise überwiegend gut gemeistert und gehörte 2010 zu den Wachstumsgewinnern. Die Firmen bekommen mehr Aufträge, schaffen mehr Jobs und gehen mehrheitlich optimistisch ins neue Jahr.

Mitarbeiter von VW kontrollieren Autos der Marke Golf (Foto: AP)

Es läuft wieder rund - auch in der Autoindustrie

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ist so gut wie lange nicht mehr. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor, das insgesamt 46 Branchenverbände befragte. Lediglich in drei Verbänden haben sich demnach die Geschäftserwartungen leicht eingetrübt. Dazu gehöre der Schiffbau, der unter Überkapazitäten leide, sagt Christof Römer vom IW. Die Bauwirtschaft spüre das Ende der staatlichen Konjunkturprogramme und die Mineralölwirtschaft habe mit dem Energiesparen zu kämpfen. Der überwiegende Teil der Wirtschaftszweige jedoch blicke mit Zuversicht ins neue Jahr

Aufbruch in der Autoindustrie

Chemiker in einem Labor(Foto: Fotolia)

Auch in der Chemie stimmt die Chemie

Ob Metallindustrie, Chemische Industrie, Maschinenbau oder auch die Automobilindustrie – nach Umfragen des IW erwarten all diese für den Export so wichtigen Branchen ein ertragreiches Geschäftsjahr. Aber die Stimmung, so Konjunkturexperte Römer, sei auch in den Dienstleistungsbereichen gut, beispielsweise bei Sparkassen, bei Banken, bei Volksbanken, in der Versicherungswirtschaft oder im Immobiliensektor. Die deutsche Wirtschaft wächst so stark wie seit zwei Jahrzehnten nicht mehr. Für zahlreiche Branchen war 2010 ein Jubeljahr – ganz entgegen mancher Prognosen der Forschungsinstitute. Ein Beispiel: Nach einem Absatzeinbruch von über zehn Prozent in 2009 kehrte die Autoindustrie bereits im vergangenen Jahr auf die Erfolgsspur zurück - vor allem wegen des Exports.

Investitionen werden groß geschrieben

Die meisten Branchen, so geht es aus der IW-Umfrage hervor, wollen in diesem Jahr kräftig investieren. "Vor allem die Metall- und Elektroindustrie, die für Deutschland sehr, sehr wichtig ist als Produktionsstandort, plant in diesem Jahr wieder mehr zu investieren als im letzten Jahr." Dies sei, so Konjunkturexperte Christof Römer, ein sehr guter Indikator. Denn die Investitionstätigkeit habe immer einen gewissen Vorlauf - auch vor der Beschäftigungsentwicklung: "Das heißt, werden Kapazitäten beispielsweise erweitert oder Investitionen getätigt, dann kann man normalerweise auch damit rechnen, dass die Beschäftigung in den nächsten Monaten oder in den nächsten Jahren stabil bleibt oder sich sogar erhöht."

Der Wirtschaftsaufschwung ist bereits auf dem deutschen Arbeitsmarkt angekommen. Im letzten Jahr gingen die Arbeitslosenzahlen von Monat zu Monat zurück. Und trotz des harten Winteranfangs in Deutschland befinden sie sich auch zum Jahresende auf dem tiefsten Stand seit fast zwanzig Jahren. Und so wollen die meisten vom IW befragten Unternehmen 2011 auch mehr Personal einstellen.

Fachkräfte gesucht – und nicht gefunden

Ein Facharbeiter bei der Montage (Foto: dpa)

Einige Branchen klagen bereits über Facharbeitermangel

Bleibt die Frage, wie es mit dem viel beklagten Fachkräftemangel in Deutschland aussieht. Dieses Problem treffe die Branchen unterschiedlich, sagt Christof Römer vom IW. Einige Unternehmen befürchteten, gerade im Aufschwung nicht genügend qualifizierte Mitarbeiter zu finden: "Es gibt Verbände - wie beispielsweise die Elektroindustrie - die angeben, dass in ihren Unternehmen derzeit schon das Problem des Fachkräftemangels akut ist." Das hänge auch mit dem demographischen Wandel in Deutschland zusammen: "Wenn immer mehr alte Leute aus dem Erwerbsleben ausscheiden und relativ wenig junge Leute nachkommen, haben viele Unternehmen jetzt schon das Problem, nicht genügend Fachkräfte zu bekommen", so Römer. Und dieses Problem werde sich in den kommenden Jahren deutlich verstärken.

Bei allem Optimismus – zahlreiche Ökonomen haben die Unternehmen bereits vor zu viel Euphorie gewarnt. Denn die Lage der Weltwirtschaft bleibe schwierig und die immense Verschuldung der Euro-Länder bleibe ein Risiko - wie auch die stark steigenden Rohstoffpreise.

Autorin: Monika Lohmüller

Redaktion: Rolf Wenkel