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Wirtschaft

Gute Stimmung beim Reiseweltmeister

Am Anfang des Touristikjahres lief es nicht so gut. Inzwischen haben die Deutschen aber angefangen ihren Urlaub zu buchen. Auf der Tourismusmesse in Berlin bleibt die Stimmung trotz Wirtschaftsflaute optimistisch.

Strand in Albufeira, Portugal

Den Urlaub haben sich die Deutschen noch nicht vermiesen lassen

Auf der weltweit größten Tourismusmesse, der ITB, präsentieren sich ab Mittwoch rund 11.000 Aussteller aus 187 Ländern. Damit ist sie so etwas wie die Vollversammlung der weltweiten Touristikbranche. Im Vergleich zu anderen Branchen scheint es der Branche trotz Wirtschaftskrise noch vergleichsweise gut zu gehen und das merkt auch die Messe. Christian Göke, Chef der Messe Berlin, freut sich über ein ausgebuchtes Gelände. "Die ITB 2009 ist stabil. Mit 11.098 Ausstellern, das ist im Vergleich zum Vorjahr nahezu das gleiche Niveau, sind wir stabil auf Rekordniveau."

Nacht der Industriekultur in Esse. Lichterglanz in der Kokerei der Zeche Zollverein (Quelle: dpa)

Das Ruhrgebiet ist Partnerregion der diesjährigen ITB, der weltweit größten Tourismusmesse

Drei Viertel der Messe-Aussteller kommen aus dem Ausland und sie buhlen vor allem auch um das deutsche Publikum. Denn die Bundesbürger gelten als reiselustiges Volk. Im vergangenen Jahr gab es ein Plus von 5,5 Prozent bei den Buchungen, wie Klaus Laepple, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft erklärt.

"Für die Auslandsreisen gaben die Deutschen auch 2008 von allen Nationen der Welt am meisten aus. Fast 85 Milliarden US-Dollar und damit sieben Milliarden mehr als im Jahr zuvor, das hat die Welttourismus-Organisation berechnet. Dabei fließen sowohl die Kosten für die Reise als auch die Ausgaben im Ausland mit ein. Damit sind wir zum wiederholten Mal Reiseweltmeister."

Leichte Delle im Geschäft

Phra Nang Strand in Thailand (Quelle: dpa)

In Asien locken Exotik und Traumstrände

Allerdings hat auch die deutsche Tourismusbranche die Wirtschaftskrise zu spüren bekommen. Das laufende Touristikjahr, das in der Branche traditionell am 1.November beginnt, lief zunächst nicht so gut. Die Buchungen für den Sommerurlaub 2009 gingen nur zögerlich ein, bei den Geschäftsreisen gab es sogar einen deutlichen Einbruch. Allerdings gibt es schon wieder erste Signale der Erholung.

Seit etwa einem Monat, so sagt Laepple, würden die Veranstalter und Reisebüros bei den Privatreisen eine deutliche Belebung spüren. "Die vor rund zwei Wochen veröffentlichte Forsa-Umfrage zum Urlaubsverhalten hatte ein deutliches Ergebnis. Über 60 Prozent der Deutschen wollen in Urlaub fahren. Dabei wurde auch nur nach dem Sommerurlaub gefragt und nicht nach dem bereits absolvierten Winterurlaub, der momentan ja noch läuft und wo wir auch sehr gut da stehen."

Sicherheit durch "alles inklusive"

Strand von Bitez Bodrum Westküste Mugla Türkei

All-inclusive-Angebote geben Planungssicherheit beim Reisebudget

Deutliche Zuwächse gibt es nach wie vor bei den Kreuzfahrten und im Deutschland-Tourismus. Nord- und Ostsee liegen genauso im Trend wie die Alpen oder Städte- und Wellness-Reisen. Bei Fernreisen sind 2009, ähnlich wie im vergangenen Jahr, die Karibik, die Malediven, Ziele in Asien und den USA gefragt. Am liebsten aber machen die Deutschen, wenn sie ins Ausland reisen, einen klassische Badeurlaub am spanischen Mittelmeer.

Besonders All-inclusive-angebote seien in diesem Jahr gefragt, sagt Laepple. "All-inclusive-Angebote verschaffen dem Kunden den Vorteil, dass er eine verlässliche Planung über seine Ausgaben hat und er damit Budget-Sicherheit für seine Urlaubsreise hat." Und davon profitiert die Türkei, die sich über ein deutliches Plus von acht Prozent in diesem Jahr freuen kann.

Optimismus für die Zukunft

Für die deutsche Tourismuswirtschaft ist Klaus Laepple optimistisch, dass seine Branche die Krise meistern wird. Für die nahenden Osterferien würden für bestimmte Zielgebiete bereits Zusatzflüge angeboten. Nach der Krise sei ganz sicher mit weiterem Wachstum zu rechnen. Auf konkrete Prognosen für das laufende Jahr will sich der Verbandspräsident allerdings nicht festlegen. Dafür gibt es dann doch noch zu viele Unwägbarkeiten.

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