1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Fokus Osteuropa

„Gute Perspektive für die europäische Integration Montenegros“

Gernot Erler, Staatsminister im Auswärtigen Amt, besucht vom 27.-29. Februar Montenegro. Vorab sagte er der Deutschen Welle, nach dem Unabhängigkeitsvotum im Kosovo bestehe keine Gefahr für die Stabilität der Region.

default

Setzt auf Podgoricas Beitrag zur Stabilität

DW-Südosteuropa: Was ist der Zweck Ihrer Reise nach Montenegro?

Gernot Erler: Es ist ein sehr umfangreiches Programm, was mir die Möglichkeit gibt, wenige Wochen vor den Präsidentschaftswahlen die Kandidatinnen und Kandidaten kennenzulernen und außerdem aktuelle Gespräche zu führen - natürlich jetzt im Umfeld der Entscheidung über den künftigen Status des Kosovo. Es ist natürlich für uns sehr wichtig zu erfahren, wie diese Entscheidung in Montenegro aufgenommen und verarbeitet wird.

Befürchten Sie, dass das Land angesichts des großen serbischen Bevölkerungsanteils dauerhaft destabilisiert werden könnte?

Das wäre genau entgegen unserem Interesse. Wir haben an einer stabilen Entwicklung der ganzen Westbalkan-Region einschließlich Montenegros ein großes Interesse. Mein Besuch ist auch ein Zeichen für die Ernsthaftigkeit dieses Interesses.

Montenegros Außenminister Milan Rocen hat gesagt, man werde das Kosovo anerkennen, sobald es keine Gefahr für Montenegro mehr darstelle. Glauben Sie, dass das jemals der Fall sein wird?

Ich glaube, dass eine Gefahr von Kosovo für Montenegro nicht vorstellbar ist. Wir haben das Gefühl, dass die Zusammenarbeit mit der Regierung dort gut verläuft. Ganz wichtig ist natürlich, dass die Zusagen eingehalten werden, dass der Plan des UN-Sondergesandten Martti Ahtisaari als Grundlage anerkannt und auch voll umgesetzt wird, und dass auch die Zusammenarbeit mit der internationalen Mission, die die EU vorbereitet, die EULEX-Mission und natürlich auch mit KFOR und UNMIK reibungslos verläuft. Aber bisher gibt es daran keinen Zweifel. Dann kann auch regional keine Irritation oder keine Unsicherheit von der Entwicklung im Kosovo ausgehen.

Die europäische Integration Montenegros wird ebenfalls ein Thema Ihrer Gespräche in Podgorica sein. Welche Botschaften werden Sie überbringen?

Wir sind sehr zufrieden damit, dass wir am 15. Oktober letzten Jahres das Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen unterzeichnen konnten und dass wir mitten in einem Prozess der Visa-Erleichterungen sind. In diesen Tagen finden wieder Gespräche über eine weitere Vereinfachung statt. Wir wissen, wie wichtig das für die Menschen in Montenegro ist. Die Botschaft wird sein, dass es auf der Basis des Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommens und dessen konkreter Umsetzung eine gute Perspektive für die europäische Integration Montenegros gibt. Und wir brauchen Montenegro als Partner, um auch in dieser schwierigen Situation – der Phase der Unabhängigkeitsentwicklung im Kosovo – einen Beitrag zur Stabilisierung der ganzen Westbalkan-Region zu leisten.

Das Interview führte Goran Goic