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Kultur

"Gute Leistung Kumpel"

Ein ungewöhnliches Projekt soll Berliner Straßen sauber halten. Sprechende Mülleimer loben die Bürger jetzt für jede ordentliche Abfallentsorgung. Eine Attraktion, die nicht selten für Verwirrung sorgt.

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Gut hinhören: Lob vom sprechenden Mülleimer

"Ich habe noch über 20.000 Kollegen in Berlin. Gute Leistung Kumpel. Danke, echt gut von dir." Das ist nur eine der Meldungen, mit denen die sprechenden Papierkörbe vorbeigehende Fußgänger im Berliner Jargon ansprechen. Viele Leute sind erstaunt und schauen sich misstrauisch nach einer versteckten Kamera um.

Flirtfaktor

Nach der Begegnung mit den orangefarbenen Schwätzern, die am Potsdamer Platz, am Hauptbahnhof und in Pankow zu finden sind, bekommt man fast den Eindruck, dass die Papierkörbe mit den Menschen flirten, die den Abfall an der richtigen Stelle deponieren.

Die Berliner Stadtreinigungsbetriebe führten schon seit vier Jahren eine Sauberkeitskampagne durch, bei der die Papierkörbe im Mittelpunkt stehen, sagt Bernd Müller, Pressesprecher der Berliner Stadtreinigungsbetriebe. Ziel sei, dass die Papierkörbe sowohl von den Berlinern als auch von Touristen mehr genutzt werden. Um die Mülleimer noch interessanter zu machen, hätten die Papierkörbe sogar eigene Charaktere, sagt Müller. "So gibt es beispielsweise Siegi-Sport, der dreimal Tor ruft. Es gibt noch Susi-Schlau als Beispiel für Berlin als internationale Stadt, wo sich Susi in drei Sprachen bedankt: Englisch, Französisch und auch in Japanisch."

Sonniges Gemüt

Die sprechenden Papierkörbe unterscheiden sich von den "normalen" Papierkörben auch durch die Farbe. Sie haben zwar die gleiche Standardgröße, aber sie sind nicht grau sondern orange. Und obwohl sie sprechen können, werden sie weder mit Strom noch durch Batterien betrieben: Solarenergie bringt die Eimer zum Reden.

Wie hoch der Preis für einen solchen Papierkorb ist, möchte Bernd Müller nicht verraten, aber er spricht voller Hoffnung davon, dass es bald in der Hauptstadt viel mehr solcher Papierkörbe geben wird, die die Berliner zur Sauberkeit anhalten sollen. Eine Passantin glaubt nicht, dass die sprechenden Mülleimern die Gewohnheiten ändern werden. Die Idee sei zwar lustig, "aber es ist Spielerei, ich glaube nicht, dass es wirklich funktioniert"

Anders als die Erwachsenen sind viele Kinder begeistert von den sprechenden Papierkörben und halten sich gern lange neben den Mülleimern auf, die dabei ununterbrochen ihre Sprüche ablassen. "Ich habe habe noch 20.000 Kollegen in Berlin ...".

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