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Bildung

Gute Betreuung für ausländische Studenten

Ein Studium in einem fremden Land bringt oft Probleme mit sich. Deshalb gibt es Initiativen, die sich um ausländische Studierende kümmern. Zwei Projekte aus Köln und München wurden jetzt ausgezeichnet.

Wie spreche ich einen Professor an? Wie lerne ich deutsche Studenten kennen? Wie verlängere ich meine Aufenthaltsgenehmigung? Diese Fragen stellen sich viele ausländische Studierende in Deutschland und wenden sich hilfesuchend an die entsprechenden Anlaufstellen der Hochschulen. Prof. Dr. Juliana Roth leitet die

"Interkulturelle Beratungsstelle für internationale Studierende"

der Ludwig-Maximilians-Universität München. Um den Studierenden zu helfen, bietet die Beratungsstelle neben Workshops und Sprechstunden "interkulturelle Gespräche" für 12-15 Studierenden an. Die Gespräche stehen jeweils unter einem Thema, wie "Unterschiede in Lehr – und Lernstilen" oder "Wie finde ich Freunde an der Uni?". Weil das über die übliche Beratung der Studierenden hinaus geht, wurde die Initiative jetzt mit dem Preis für exzellente Betreuung ausländischer Studierender vom Auswärtigen Amt ausgezeichnet. Auch der

Dachverband der internationalen Hochschulgruppen der Universität Köln

wurde für seine Arbeit geehrt.

Hochschulgruppen sind Ansprechpartner

Ysaline Mbassi Lele aus Kamerun studiert im fünften Semester Wirtschaftsmathematik an der Kölner Universität. Auch wenn sie eine sogenannte Bildungsinländerin ist, also ihre Hochschulreife in Deutschland erlangt hat, kennt sie die Probleme am Anfang des Studiums, wenn man aus einer anderen Kultur kommt. "Der einzige Unterschied war, dass ich die Sprache schon konnte", sagt sie. Mit Hilfe der afrikanischen Hochschulgruppe der Kölner Uni hat sich das aber schnell geändert. Als erster Ansprechpartner möchte diese Gruppe speziell Studierenden aus Afrika bei der Eingewöhnung helfen. Neben der afrikanischen Gruppe gibt es auch noch neun andere internationale Hochschulgruppen in Köln. Sie helfen den Studierenden bei bürokratischen Problemen, bieten darüber hinaus aber auch ein umfangreiches kulturelles Programm an. Mit Filmen, Lesungen oder multikulturellen Kochabenden stellen die Gruppen ihre jeweiligen Kulturen vor und fördern den internationalen Austausch.

Die zehn Kölner Gruppen sind seit 2012 unter dem Dachverband "International Students Association Cologne" (ISAC) organisiert. Ysaline Mbassi Lele ist die Vorsitzende der jungen Organisation. Gerade erst ist der Verband in ein Büro im neuen Studierenden Service Center auf dem Kölner Campus gezogen. Es ist noch nicht ganz fertig eingerichtet, aber die bunten Plakate der zehn Hochschulgruppen lockern den kleinen Raum ein bisschen auf.

Die ISAC kümmert sich um die Kommunikation mit den Kooperationspartnern der Universität wie das akademisches Auslandsamt oder das Kölner Studentenwerk. Auch für die Kommunikation der Hochschulgruppen untereinander ist sie verantwortlich. "Bevor es die ISAC gab, wussten die einzelnen Gruppen oft gar nicht voneinander. Das hat dazu geführt, dass an einem Tag drei oder vier Hochschulgruppen gleichzeitig Veranstaltungen angeboten haben", erinnert sich Ysaline Mbassi Lele. Seit zwei Jahren tauchen solche Probleme nicht mehr auf. Die Gruppen sprechen sich untereinander ab und stehen auch so miteinander in Kontakt. Die internationalen Studierenden wollen sich dabei nicht von ihren deutschen Kommilitonen abgrenzen. Es geht bei der ISAC vielmehr darum, die anderen Kulturen und Nationalitäten kennenzulernen und Vorurteile abzubauen.

Preis für exzellente Betreuung

Aus den vielen Initiativen an deutschen Hochschulen wurden die ISAC und die interkulturelle Beratungsstelle der LMU München, vor allem wegen ihrer Einzigartigkeit und ihrer neuen Ansätze ausgewählt. Die Vorbildfunktion der Initiativen war Dr. Dorothea Rüland, der Generalsekretärin des

Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD)

, bei der Auswahl sehr wichtig. "Ich denke, was hier Köln gemacht hat, dass sich ausländische Studierende zuammenschließen, um eine Plattform zu bilden, das ist etwas, was man wunderbar auf ganz viele Hochschulen übertragen kann." Auch das Münchener Modell sieht sie als Vorbild für andere Hochschulen.

Die Generalsekretärin der DAAD, Dr. Dorothea Rüland, im DW-Interview (Foto: DAAD/David Ausserhofer)

Die Generalsekretärin der DAAD, Dr. Dorothea Rüland, im DW-Interview

Beide Initiativen erhalten 10.000 Euro Preisgeld. Das können sie gut gebrauchen, denn sowohl ISAC als auch die Beratungsstelle in München habe für die Zukunft noch einiges vor. So bieten die Münchener seit kurzem ein neues Programm an, das sich speziell an Studierende der englischsprachigen Masterstudiengänge richtet. Die Workshops werden von studentischen Trainern geleitet, die auch bezahlt werden müssen.

In Köln ist die komplette Arbeit ehrenamtlich, wenn es nach Ysaline Mbassi Lele geht, wird ein Teil des Preisgeldes in Fortbildungen für die Mitarbeiter der ISAC investiert. Ein anderer Teil soll in mehr Öffentlichkeitsarbeit auf dem Campus gehen, denn die ISAC ist noch längst nicht jedem Kommilitonen bekannt und soll weiter wachsen. Das Ziel ist es, für jedes Land eine internationale Hochschulgruppe zu haben: "Amerika ist komplett abgedeckt mit einer nordamerikanischen und einer südamerikanischen Hochschulgruppe, Afrika, die arabische Welt und China haben wir abgedeckt, Korea auch. Eine japanische Gruppe wäre noch schön, die fehlt noch."

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