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Kultur

Gute Aussichten unter Wasser

Der Baubranche steht das Wasser bis zum Hals. Manchmal auch buchstäblich. Die Berufstaucher freuen sich. Denn wo Baustellen unter Wasser stehen, gibt es für sie Arbeit.

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Baustelle unter Wasser: Arbeit für Taucher

Sie tragen wärmende Mützen, die Berufstaucher der Kölner Firma Moissl Bautaucher. Nicht nur, weil es kalt ist auf der Baustelle am Kölner Autobahnkreuz Ost. Gesunde Ohren sind ihr Kapital und Kälte könnte ihnen schaden. Womöglich gelingt dann der Druckausgleich nicht mehr.

Der gelernte Augenoptiker Hunold baut darauf, dass ihm der Druckausgleich auch in Zukunft gelingt, denn sein jetziger Beruf ist abwechslungsreich. Das schätzt er, wie viele seiner Kollegen auch. Es gibt viel zu tun unter Wasser - Arbeit, die mit viel Gespür erledigt werden muss, denn unter Wasser herrschen meist trübe Aussichten, wie Berufstaucher Markus Hambrüchen erklärt: "Wenn du hier durch die Baugrube tappst, du siehst ja nicht, wo du jetzt entlang läufst. Den Rest fühlst du und die Kombination daraus ergibt deine Arbeit."

Betonieren unter Wasser

Am Autobahnkreuz Ost steht das Grundwasser in der Baugrube. Unter Wasser stehen Bauarbeiten an. Ein Kernbereich der Firma Moissl. Betonieren unter Wasser erfordert einen hohen Einsatz an Arbeitskräften. Fast alle Mitarbeiter des Unternehmens sind deshalb vor Ort, wo die Autobahnen A 3 und A 4 sich kreuzen. Vor rund 20 Jahren wäre ein derartiges Aufgebot an festen Mitarbeitern noch undenkbar gewesen.

Seit ihrer Gründung 1981 hat sich das Unternehmen zahlreiche interessante Aufträge erkämpft, wie den Ausbau des Sperrwerks für die Kreuzfahrtschiffe der Meyerschen Werft in Papenburg oder den einer Fischereischleuse in Bremerhaven. Und auch als in Nepal ein neues Wasserkraftwerk am Fluss Marsyandi gebaut wurde, waren die Moissl Bautaucher mit von der Partie.

Großer Wettbewerbsdruck

Dennoch - sicher im Sattel sitzt niemand in der Baubranche, auch nicht die Moissl Bautaucher. Der Wettbewerbsdruck ist groß, vor allem seit dem Fall der Mauer. Die Preise sind längst nicht mehr so komfortabel wie vor einigen Jahren. Geschäftsführerin Ilona Grenzemann kennt nur eine Antwort, um sich durchzusetzen: "Gute Qualität abzuliefern und der Bauleitung vor Ort versuchen klarzumachen, dass man gut ist."

Am Autobahnkreuz Ost ist noch ein letztes mal ein Arbeiter abgetaucht. Von oben wird seine Luftversorgung überwacht, ein Telefonkabel ermöglicht den permanenten Sprechkontakt. Über die Telefonanlage sind die Atemgeräusche des Tauchers zu hören. Alles in Ordnung da unten, keine Komplikationen. Business as usual - auch im Winter.