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Afrika

Gut vorbereitet zur Leichtathletik-WM

Am Wochenende ging in Berlin die Leichtathletik-Weltmeisterschaft zuende. Unter den Athleten waren Sportler aus Botswana, Burkina Faso und Mosambik. Sie gaben alles dafür, um dabei sein zu dürfen.

Gable Garenamotse (Foto: DW)

Gable Garenamotse bei einem Vorbereitungswettkampf

Um 16 Uhr ist das Training angesetzt, aber auf dem kleinen Sportplatz an der Rückseite der Esprit Arena ist noch nicht viel los. Die Athleten aus Mosambik und Burkina Faso lassen es ruhig angehen an diesem heißem Nachmittag. Erst eine Viertelstunde später brechen Idrissa Sanou und sein Trainer Neya Alassane vom Hotel auf, das keine 400 Meter vom Sportplatz entfernt ist. Ganz langsam schreitet der schnellste Mann Burkina Fasos zur Tat. Sein Trainer freut sich über die ruhigen Bedingungen, unter denen sie hier trainieren können. "Mit dieser Ruhe haben wir hervorragende Arbeitsbedingungen. Das ist besonders wichtig damit wir uns vor den Wettkämpfen gut erholen können", sagt er. 

Idrissa Sanou (Foto:DW)

Der schnellste Mann Burkina Fasos: Idrissa Sanou

Neyas Schützling ist der einzige Athlet aus Burkina Faso in dem Vorbereitungscamp. Für die beiden Athleten aus Mozambik ist erst gar kein Trainer mit angereist. Der 400-Meter-Hürdenläufer Kurt Couto trainiert deshalb mit Sanou zusammen. Auf der Schattenseite des Stadions bauen sie ihre Startblöcke auf.

Drei Wochen Trainingslager: eine Ausnahme für die Athleten

Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass sich Sportler aus Entwicklungsländern unter so guten Bedingungen auf eine Weltmeisterschaft vorbereiten können. Eine dreiwöchige Vorbereitungszeit in Deutschland könnten sie sich normalerweise nicht leisten. Trainer Bobby Gaseitsewe ist deshalb sehr dankbar, dass das Auswärtige Amt ihnen diese Gelegenheit bietet. Die Bedingungen seien sehr gut. "Die Organisatoren haben sich um alles gekümmert. Die Sportplätze sind gut und man hat uns sogar einen Physiotherapeuten gestellt."

Kurt Couto (Foto: DW)

Kurt Couto, einer von zwei Athleten asu Mozambik

Keiner der Athleten in Düsseldorf macht sich ernsthafte Hoffnungen auf eine Medaille. Der Burkinabé Sanou freut sich, wenn er in die zweite Runde kommen sollte. Und Kurt Couto aus Mosambik sagt, er müsse schon seine persönliche Bestleistung bringen, wenn er es bis ins Halbfinale schaffen will - und davon war er in dieser Saison immer weit entfernt. Auch Bobby Gaseitsewe glaubt nicht wirklich, dass seine botswanischen Schützlinge aufs Podest kommen, aber auf die Teilnahme an den Finals hofft er schon. "Auch wenn sie keine wirklichen Medaillenanwärter sind: Bei den 400 Metern der Frauen hoffen wir auf Amantle Montsho, Gable Garenamotse beim Weitsprung und auf Kabelo Kgosiemang beim Hochsprung."

Zwei Fußlängen entscheiden

Gable Garenamotse (Foto: DW)

Das große Problem von Gable Garenamotse: den richtigen Punkt zum Abspringen finden

Wenn einer die Chance auf einen Podestplatz hat, ist es wohl Garenamotse. Als einziger seiner Mannschaft trainiert er auch an seinem trainingsfreien Tag. Der 31-jährige Weitspringer ist so etwas wie der Star der botswanischen Mannschaft und war bei der Olympiade in Peking sogar im Finale. Um in Berlin etwas zu erreichen, muss er noch an seinem Anlauf arbeiten, der in diesem Jahr nicht so recht gelingen will. "Seit meinem ersten Wettkampf in diesem Jahr bin ich immer zwei Fußlängen vor dem Brett abgesprungen und habe damit Weiten von 7,80 bis 7,90 Meter geschafft", erzählt er. Doch damit verliere er zuviel. "Zwei Fußlängen, das sind bei mir 56 Zentimeter. Wenn ich die zurückgewinne, wer weiß was in Berlin passiert…"

Garenamotse glaubt vor allem auch deshalb an seinen Erfolg, weil er in Deutschland immer gute Erfahrungen gemacht hat. Deutschland sei sein drittes Zuhause, seine Bestleistungen hat er immer hier gebracht. "Deshalb bin ich sehr zuversichtlich. Was auch immer in Berlin passiert: Ich werde bereit sein, raus zu gehen und mein Bestes zu geben."

Autor: Philipp von Bremen
Redaktion: Sarah Mersch

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