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Gut im Futter

Mensch und Tier futtern und werden gefüttert. Futtern sie wie Scheunendrescher, stehen sie gut im Futter. Zu Fischfutter verarbeitet werden will keiner gern. Futter fürs Gehirn ist notwendig – ohne Mengenbegrenzung.

David schaut zufrieden vor sich hin: Vor ihm steht ein Teller mit einer Currywurst und einer großen Portion Pommes Frites mit Mayonnaise. Seine Freundin Christine mustert ihn mit leicht kritischem Blick und fragt: "Muss das sein?" David entgegnet erstaunt: "Wieso, was ist denn los?" Christine lacht und antwortet: "Nun ja, ich finde, du stehst doch eigentlich schon ganz gut im Futter, oder?“

Wer gut im Futter steht …

Ein Traktor mit einem Mähdrescher und einem Strohballen

Wer futtert wie ein Scheunen- drescher, wird bald kugelrund

David findet das nicht so lustig: "Was soll denn das heißen? Wenn ich Lust auf eine Currywurst habe, ist es doch wohl noch erlaubt, eine zu essen! Es war deine Idee, in den Zoo zu gehen. Ich finde es hier langweilig. Also gönn mir wenigstens meinen Spaß! Die Zootiere futtern ja schließlich auch den lieben langen Tag."

David weiß natürlich genau, dass er etwas zu viel auf den Rippen hat. Obwohl, so richtig dick ist er ja nicht. Ein bisschen zu viel um den Bauch herum, aber damit sollte man doch leben können! Christine hingegen ist nicht erbaut darüber, dass David zwar gerne futtert wie ein Scheunendrescher, also viel zu viel, aber nicht genug Sport macht.

Futter aus dem Napf oder der Dose

Eine Dose mit Erben und Möhren und einer Petersilie als Dekoration

Dosenfutter bleibt Dosenfutter - auch mit Dekoration

Futter und futtern: Das Nomen und das Verb wurden ursprünglich für Tiere benutzt. Sie gehen zurück auf das althochdeutsche Wort fuotar, das sich im Mittelhochdeutschen zu vuoter wandelte und sich schließlich zum heutigen futtern entwickelte. Übertragen wurde die Bedeutung des tierischen Futterns auf den Menschen: Jemand, der futtert, isst in der Regel viel und gerne.

Bei den Futter-Komposita weiß man in der Regel, was gemeint ist: Futtergetreide ist Getreide, das Tiere aus einem Futtertrog oder einem Futternapf fressen können. Aus einem Futternapf kann auch der Hund fressen, der zuhause Futter aus der Dose bekommt – das ist dann das Dosenfutter. Dosenfutter futtern aber auch Menschen, nämlich dann, wenn sie keine Lust haben zu kochen. Dosenfutter werden umgangssprachlich schon fertige Gerichte aus der Dose genannt, die nicht viel kosten und schnell zubereitet sind – wie zum Beispiel Ravioli oder Pichelsteiner Eintopf.

Taubenfutter und ein Verbot

Touristen und Tauben auf dem Markusplatz in Venedig

Ein Foto bitte: Taubenfütterung auf dem Markusplatz

Es gibt sogar eine Pflanze, die das Futter im Namen trägt, weil sie als Tierfutter verwendet wird: die Futterrübe. In erster Linie dient sie als Futter für Rinder und Schafe. Futterrüben werden eher selten in Futtersilos gelagert. In diesen werden die riesigen Mengen an Futter aufbewahrt, die für die Viehzucht etwa in Europa benötigt werden.

Die Futterliste lässt sich fast endlos fortführen. Sie ist so groß wie die Anzahl der Tiere, die Futter bekommen: Es gibt Schweinefutter, Hamsterfutter, Rinderfutter, Entenfutter, Vogelfutter und, und, und. Wer einen Garten hat, kann ein Vogelhäuschen oder Futterhäuschen aufstellen, damit die Vögel im Winter leichter etwas zu fressen finden. In Venedig war das Taubenfutter, das aus Körnern besteht, sehr beliebt. Es wurde früher auf dem Markusplatz verkauft und Touristen konnten damit die Tiere anlocken, um sich mit ihnen fotografieren zu lassen. Angesichts des Drecks, zu dem die Tauben das Futter anschließend verarbeiteten, griff die Stadtverwaltung allerdings durch und verbot 2008 den Taubenfutterverkauf auf dem Markusplatz.

Die Fischfutterverarbeitung

Ein Piranha

Piranhas verarbeiten jemanden ganz schnell zu Fischfutter

Eine sprachliche Besonderheit ist das Fischfutter: Wenn ein Mensch ertrinkt, nennt man das bildlich zu Fischfutter verarbeitet werden. Allerdings kommt es tatsächlich manchmal vor, dass Menschen zu Fischfutter verarbeitet werden wollen: Es soll einen leidenschaftlichen Angler gegeben haben, der sich das für den Fall seines Todes gewünscht hat. Seine Asche wurde angeblich mit wirklichem Futter gemischt, zu kleinen Stücken gepresst und mit einer kleinen Kanone in den Fluss geschossen, in dem er immer angelte.

Futter mal anders

Symbolbild: Ein Mann mit einem Schal und einem Mantel friert im Schneetreiben

Mit ungefütterter Jacke unterwegs

Als Kanonenfutter bezeichnen manche Leute allerdings abfällig Soldaten, die in den Krieg geschickt und für eine Sache geopfert werden, die keine Aussicht auf Erfolg hat. Bildlich gesehen werden sie den Kanonen zum Fraß vorgeworfen wie ein Mensch einem Raubtier.

Mit Futter – das Wort gibt es übrigens nur im Singular – ist nicht immer Essbares gemeint. Ein Futter kann auch dem Schutz dienen. So sind Kleidungsstücke auf der Innenseite mit einem Futter gefüttert, damit sie im Winter besser warmhalten – früher benutzte man dafür meist Pelz. Gefütterte Briefumschläge sind stabiler als Umschläge ohne Futter. Ein Futteral oder auch Etui schützt empfindliche Gegenstände wie Brillen, Flöten und auch Waffen.

Füttern und Fütterung

Ein Liebespaar isst Eis: Der Mann füttert die Frau mit einem Löffel Eis

Sich füttern zu lassen, erhöht den Genuss

Die Bibel erzählt, dass auch Jesus nach seiner Geburt im Stall geschützt wurde – in einer Futterkrippe. Dort ist er bestimmt von seinen Eltern gefüttert worden, weil er noch zu klein war, um selbst zu essen. Auch alte Menschen werden manchmal gefüttert, Liebespaare füttern sich gern gegenseitig.

Futterkrippen stehen übrigens auch auf den Futterplätzen im Wald, an denen ein Förster die Wildfütterung durchführt, was vor allem im Winter wichtig ist. Damit kehren wir zurück zu den Tieren und Christine und David im Zoo.

Vom Futterneid


Futterneid unter Flamingos: Ein Flamingo steckt seinen Kopf in einen Trog, die anderen schauen zu

Wer zuerst kommt, mahlt zuerst!

David hat seine Currywurst verspeist und die beiden machen sich auf den Weg zur Raubtierfütterung. Dabei erleben die beiden die Bedeutung des Wortes Futterneid hautnah: Ein Löwe holt sich das ganze Stück Fleisch, ein anderer hat das Nachsehen. Der erfolgreiche Löwe verteidigt sein Fleisch mit allen Mitteln.

Futterneid gibt's auch unter Menschen, nämlich dann, wenn jemand anderes etwas hat, was man selbst gerne hätte. Der eine oder andere handelt dann nach dem Motto: "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst."

Futter fürs Gehirn

David und Christine haben dieses Problem nicht. Beide sind inzwischen zufrieden. David sieht, dass ein Zoobesuch gar nicht so langweilig ist und seine Freundin mit der Currywurst nicht ganz Unrecht hatte. Freudig stimmt er deshalb Christines Vorschlag zu, der nicht dick macht: "Wie wäre es mit einem Theaterbesuch heute Abend? Ich habe Lust auf Futter fürs Gehirn!"

Fragen zum Text

Wenn ein Mensch gut im Futter steht, dann …

1. kann er gut die Balance halten, wenn er mitten in einem Futtertrog steht.

2. sieht man ihm an, dass er gerne ein wenig zu viel isst.

3. kennt er sich besonders gut mit Lebensmitteln aus.

Von Futter fürs Gehirn wird gesprochen, wenn …

1. sich Nahrungsmittel dazu eignen, die Gehirnaktivität zu steigern.

2. das Gehirn über nichts anderes mehr nachdenkt als über das Futtern.

3. etwas geistig Anspruchsvolles das Gehirn aktiviert.

Christine besorgte … für die Vögel.

1. Futteralien

2. ein Futter

3. Futter

Arbeitsauftrag

Bilden Sie mindestens 20 Sätze, in denen Sie die Worte Futter, futtern, füttern, Futteral, und die entsprechenden übertragenen Redewendungen in der richtigen Bedeutung einsetzen. Mischen Sie unter die Sätze auch welche, in denen das Wort essen und nicht das Wort futtern eingesetzt werden muss.

Autor: Florian Görner

Redaktion: Beatrice Warken

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