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Afrika

Guinea nach dem Attentat auf Staatschef

Nach dem gescheiterten Attentat auf den Militärmachthaber Camara ist es in der Hauptstadt Conakry zu Unruhen gekommen. Der Staatschef ist bei dem Anschlag schwer verletzt worden.

Soldaten in Guinea (Foto: AP)

Das Militär sucht nach dem Attentäter und dessen Komplizen

Militärfahrzeuge mit Soldaten fuhren am Montag (7.12.2009) durch die Straßen der Hauptstadt Conakry. Sie suchten nach Mittätern des Mordanschlags auf Staatschef Moussa "Dadis" Camara. Er war am vergangenen Donnerstag von dem Kommandeur der Präsidentengarde, Abubakar "Toumba" Diakaté, angegriffen und verletzt worden. Bei dem Attentat sollen Camaras Fahrer und Leibwächter getötet worden sein. Auslöser der Revolte war offenbar ein Streit über die vom Staatschef veranlasste Festnahme mehrerer Offiziere.

Militär sucht Täter

Soldaten vor Armeecamp in Conakry (Foto: AP)

Vor dem Armeecamp in Conakry

Der Attentäter ist immer noch auf der Flucht. Die Soldaten hielten offensichtlich nach Personen Ausschau, die enge Beziehungen zu ihm hatten. Wie Augenzeugen berichteten, hätten die Soldaten einen traditionellen Medizinmann verfolgt, der Diakaté gedient haben soll. Er sei von den Soldaten beschossen und dabei verletzt worden. Außerdem sollen mindestens vier Personen verhaftet worden sein. Bewohnern zufolge soll es außerdem am Sonntag zu Schießereien gekommen sein. Die Gefechte konzentrierten sich auf ein Viertel nahe der Kasernen der Präsidentengarde.

Staatschef zur Behandlung in Marokko

Guineas Militärmachthaber Camara (Foto: AP)

Moussa "Dadis"Camara putschte sich an die Macht

Staatschef Camara wurde nach dem Attentat zur medizinischen Versorgung nach Marokko gebracht. Wegen eines Schädeltraumas war Guineas Staatschef am Kopf operiert worden. Eine baldige Rückkehr gilt zum jetzigen Zeitpunkt als unwahrscheinlich. Er sei jedoch wieder bei Bewusstsein, teilte Außenminister Alexandre Cece Loua mit. Er habe sich bereits mit Camara unterhalten können. Sein Gesundheitszustand sei stabil und biete derzeit keinen Anlass zur Sorge, teilte der behandelnde Arzt in Rabat mit.

Schwere Staatskrise

Der westafrikanische Staat steckt seit dem Tod von Präsident Lansana Conté vor einem Jahr in einer tiefen Krise. Unmittelbar danach hatte sich Camara an die Macht geputscht.

Ein Bild von Guineas Staatschef Moussa Dadis Camara (Foto: AP)

Machtdemonstration - Camara ist in Guinea allgegenwärtig

Seinem Versprechen auf eine baldigen Präsidentenwahl sind bisher keine Taten gefolgt. Bei der Auflösung einer Protestkundgebung gegen seine Herrschaft wurden am 28. September 2009 nach Angaben von Menschenrechtsgruppen mindestens 157 Demonstranten getötet.

Autorin: Katrin Ogunsade (ap)

Redaktion: Klaudia Pape