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Politik & Gesellschaft

Guido Westerwelle - 30 Jahre für die FDP

"Ich verlasse das Deck nicht, wenn es stürmt", hatte Guido Westerwelle noch im Dezember 2010 verkündet. Nun hat er seinen Rückzug als FDP-Parteichef bekanntgeben. Ein Porträt.

Außenminister und Vizekanzler Guido Westerwelle (Foto: dpa)

Verzichtet auf eine weitere Kandidatur: Guido Westerwelle

Mehr als 30 Jahre ist Guido Westerwelle in der FDP, seit zehn Jahren führt er sie. Er galt als erfolgreicher Parteivorsitzender, der aber seit dem Eintritt in die Bundesregierung 2009 Schwierigkeiten hatte, seine neue Rolle zu finden und die Partei neuen gesellschaftlichen Erfordernissen anzupassen.

"Kanzlerkandidat" der FDP

Kanzlerin Angela Merkel und Vizekanzler Guido Westerwelle (Foto: AP/dapd)

2009 wurde Westerwelle Vizekanzler

Geboren wurde er am 27. Dezember 1961 in Bad Honnef bei Bonn, aufgewachsen ist er bei seinem Vater, einem Rechtsanwalt. Er studiert Jura, promoviert und wird ebenfalls Anwalt. 1980 tritt er in die FDP ein, wo er schnell Karriere macht: 1983 Chef der Jungen Liberalen, 1988 Mitglied im FDP-Bundesvorstand, 1994 Generalsekretär, 1996 Bundestagsabgeordneter.

In seiner Zeit als Generalsekretär - zunächst unter Parteichef Klaus Kinkel, dann unter Wolfgang Gerhardt - wird das aktuelle Grundsatzprogramm der FDP formuliert. 2001 übernimmt Westerwelle den Bundesvorsitz der drei Jahre zuvor in die Opposition verbannten Liberalen. Bei der Wahl 2002 tritt er als "Kanzlerkandidat" der FDP an, landet nach seinem Spaß-Wahlkampf mit dem "Guidomobil" und dem Ziel 18 Prozent aber nur bei 7,4 Prozent.

Vizekanzler und Außenminister

Guido Westerwelle steht vor seinem Guidomobil im Jahr 2002 (Foto: AP)

Das berühmte 'Guidomobil' wurde im Wahlkampf 2002 eingesetzt

Lange muss er gegen das Image eines Sprücheklopfers kämpfen. Parteiinterne Kritik am Vorsitzenden verstummt, als die FDP 2009 mit 14,6 Prozent ihr bislang bestes Bundestagsergebnis erzielt. Als FDP-Chef hatte er die frühere Klientelpartei für breitere Schichten wählbar gemacht. Die Liberalen werden Partner in einer schwarz-gelben Koalition unter Angela Merkel (CDU) und Vizekanzler Westerwelle wird Außenminister.

2010 bringen Steuersenkungen für Hoteliers und die Schelte des Sozialstaats ("spätrömische Dekadenz") den FDP-Chef wieder in die Schusslinie. Je tiefer in der Folge die Umfragewerte für die Partei sinken, umso deutlicher wurde die Kritik am Vorsitzenden.

Die Freizeit, die Weltpolitik und Parteiführung ihm lassen, nutzt Westerwelle nach eigenem Bekunden gern für Konzertbesuche - auch mit seinem Lebensgefährten, dem 44-jährigen Sportmanager Michael Mronz.

Autorin: Pia Gram (dpa)
Redaktion: Annamaria Sigrist