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Aktuell Amerika

Guatemalas Ex-Präsident in USA verurteilt

Guateamalas ehemaliger Präsident Portillo hat vor einem US-Gericht Geldwäsche gestanden. Damit entging er der Höchststrafe.

Der frühere guatemaltekische Staatschef Alfonso Portillo ist in den USA wegen Geldwäsche zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und zehn Monaten verurteilt worden. Der 62-Jährige hatte vor dem Gericht in New York eingeräumt, während seiner Amtszeit von 2000 bis 2004 rund 2,5 Millionen US-Dollar Schmiergeld aus Taiwan über Konten in den USA, Frankreich, Luxemburg und der Schweiz gewaschen zu haben.

Taiwan zahlte für diplomatische Anerkennung

Portillo hatte sich im Gegenzug für die Zahlung dafür eingesetzt, dass Guatemala weiterhin Taiwan diplomatisch anerkennt. Guatemala ist eines von 22 überwiegend in Lateinamerika gelegenen Ländern, die Taiwan und nicht die Volksrepublik China anerkennen. China verlangt von Staaten, mit denen sie diplomatische Beziehungen unterhält, den Bruch mit Taiwan. Die kommunistische Führung in Peking betrachtet die Insel nur als abtrünnige Provinz und strebt langfristig eine Wiedervereinigung an.

Portillo saß bereits seit Januar 2010 in seiner Heimat im Gefängnis und wurde vor einem Jahr an die USA ausgeliefert. Er ist der erste lateinamerikanische Ex-Präsident, der von seinem eigenen Land an die USA überstellt wurde. Ursprünglich ermittelten die Behörden wegen der Veruntreuung von insgesamt 70 Millionen Dollar gegen ihn. Durch sein Teilgeständnis entging er der Höchststrafe von 20 Jahren. Nach Anrechnung der Untersuchungshaft in Guatemala und den USA muss Portillo voraussichtlich nur noch 18 Monate im Gefängnis bleiben.

Portillo gilt als einer der schillerndsten Politiker Guatemalas. Gegen seine Regierung gab es schon lange Korruptionsvorwürfe.Experten gehen von rund einer Milliarde US-Dollar an veruntreutem Geld aus. Unmittelbar nach Ende seiner Amtszeit setzte sich Portillo nach Mexiko ab. Von dort wurde er 2008 ausgeliefert. In Guatemala blieb er gegen Kaution in Freiheit. Erst als er in Richtung Belize fliehen wollte, wurde der Ex-Präsident 2010 festgenommen.

wl/rb (dpa, afp)