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Aktuell Amerika

Guatemala will großes Maya-Museum

Neue Touristenattraktion im Visier: In Guatemala will Präsident Pérez ein imposantes Maya-Museum bauen lassen. Es soll künftig jedes Jahr 300.000 Besucher anlocken.

Die Tempelanlage von Chichen Itza in Mexiko (Foto: Fotolia)

Symbolbild zum Ende des Maya-Kalenders am 21. Dez. 2012

Mit dem Prestigeprojekt möchte der Präsident des mittelamerikanischen Landes, Otto Pérez, zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zum einen soll das neue Museum die Kultur des untergegangenen Maya-Reichs vorstellen. Zum anderen möchte sich Guatemala mit dem Neubau "als das Herz der Welt der Mayas" positionieren und so möglichst viele Touristen aus aller Welt anziehen, wie Pérez in der Hauptstadt Guatemala-Stadt ankündigte.

Das Vorhaben soll bis zu 100 Millionen Dollar kosten und bis zum Jahr 2016 fertiggestellt sein. Es wäre das erste Maya-Museum von internationalem Rang, sagte der Direktor des staatlichen Tourismus-Instituts, Peter Duchez. Wo es errichtet werden soll, steht noch nicht fest.

Ein großer Teil des untergegangenen Maya-Reiches befindet sich auf dem Territorium Guatemalas, das im Norden, Westen und Osten an Mexiko und Belize grenzt. Die meisten Pyramidenstätten wie Tikal, Uaxactun, Naranjo und El Tigre befinden sich in den Wäldern des Petén im Norden des Landes.

Älteste Kalender-Wandbemalung gefunden

Erst im Mai hatte US-Forscher in Guatemala die mit Abstand ältesten Wandmalereien eines Maya-Kalenders entdeckt. Das astronomische Zahlenwerk ist nach Angaben der Experten von verschiedenen US-Universitäten rund 1200 Jahre alt. Damit sind die Wandmalereien vier Jahrhunderte älter als die Kalender in den bekannten Maya-Kodizes. Die Aufzeichnungen aus dem frühen 9. Jahrhundert wurden an den Wänden eines Gebäudes in der Ruinenstadt Xultún im Norden Guatemalas in den Wäldern des Petén entdeckt.

In Guatemala wurde der älteste jemals entdeckte Maya-Kalender gefunden (Foto: Reuters)

In Guatemala wurde der älteste jemals entdeckte Maya-Kalender gefunden

Viele der Inschriften wurden von Plünderern beschädigt, aber eine Reihe von Aufzeichnungen sei noch erkennbar, hieß es. So wurden Berechnungen der Mondphasen gefunden. Es soll sich um verschiedene Kalendersysteme des astronomisch bewanderten Volkes handeln.

Spekulationen um Maya-Kalender

Der älteste schriftliche Beleg des Maya-Kalenders war bisher eine 800 Jahre alte Handschrift - der Dresdner Kodex. Darin finden sich verschiedene kürzere und längere Zyklen, die den Maya zur Zeiteinteilung dienten, um unter anderem Mondfinsternisse vorhersagen zu können.

Nach dem Maya-Kalender endet am 20. Dezember dieses Jahres eine Zeitrechnung, und eine neue beginnt. Daraus haben viele eine Weltuntergangs-Prophezeiung gemacht. Die Experten versuchen seit langem, die falsche Theorie aus der Welt zu schaffen: Der Kalender ende dann zwar - aber die Maya hätten dann einfach vorn wieder angefangen.

kle/haz (dpa, dapla)