1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Amerika

Guatemala: Politiker soll Journalistenmord beauftragt haben

Der Vorwurf wiegt schwer: Ein guatemalischer Politiker soll für den Mord an zwei Journalisten verantwortlich sein. Nun hat ein Gericht den Weg frei gemacht, ihn zur Verantwortung zu ziehen.

Guatemala Ermordete Journalisten (picture-alliance/AP Photo/Prensa Libre)

Der Tatort, an dem 2015 zwei Journalisten ermordet wurden

Das Oberste Gericht in Guatemala hat die Immunität des Abgeordneten Julio Juarez Ramirez aufgehoben. Ihm wird vorgeworfen, den Mord zweier Journalisten im März 2015 in Auftrag gegeben zu haben. Der Parlamentarier gehört der rechtskonservativen Regierungspartei FCN-Nacion an, die Präsident Jimmy Morales ins Amt verhalf. Juarez hat seine Unschuld bekundet, Morales unterstützt ihn. Juarez darf derzeit das Land nicht verlassen. 

2015 waren bei einem Attentat der Reporter Danilo Lopez von der Zeitung "Prensa Libre" und der Journalist Federico Salazar vom Radio "Nuevo Mundo" in einem Park erschossen worden.

Guatemala Demonstration nach Mord an Journalisten (Getty Images/AFP/J. Ordonez)

Auf einer Demonstration hält ein Journalist im Jahr 2015 das Foto des ermordeten Journalisten Danilo Lopez hoch

Laut dem aktuellen Stand der Ermittlungen der Internationalen Kommission gegen die Straflosigkeit in Guatemala (CICIG) soll der Politiker Juarez den Mord in Auftrag gegeben haben, weil die Reporter über dessen Steuerschulden berichtet hatten.

Als die Vorwürfe bekannt wurden, veröffentlichte die Zeitung "Prensa Libre" eine Karikatur in Gedenken an das Attentat auf Twitter.

Vier der mutmaßlichen Auftragsmörder sitzen bereits in Untersuchungshaft. Ein Gericht verurteilte kürzlich den Fahrer des Motorrads, von dem aus auf die Journalisten geschossen wurde, zu 30 Jahren Haft. Der mutmaßliche Schütze, Eduardo Ramirez, ist weiterhin flüchtig. 

Guatemala rangiert auf der Rangliste der Pressefreiheit, veröffentlicht von Reporter ohne Grenzen, auf Rang 118 von 180. Besonders Journalisten, die über Korruption und organisierte Kriminalität berichten, sind in Gefahr. Erst im vergangenen Jahr wurde ein TV-Journalist bei einem Spaziergang mit seinem Enkel erschossen. 

lih (ap/afp)