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Lateinamerika

Guatemala: "Junge Menschen müssen Tabus brechen"

DW-Intendant Erik Bettermann besuchte auf seiner Zentralamerikareise ein Radioprojekt der DW Akademie in Guatemala. Er sprach mit jungen Journalisten über die Chancen eines Jugendsenders.

"Warum brauchen wir einen Jugendsender?" Um diese Frage ging es in dem Gespräch zwischen Erik Bettermann und Jugendlichen des Jugendradioprojekts "Radio Joven" der DW Akademie. Intendant Bettermann machte deutlich, dass er im Radio das richtige mediale Instrument sieht, um Jugendlichen in Guatemala den Zugang zu Bildung zu ermöglichen.

Wichtig sei, so Bettermann, dass dies in der Sprache junger Menschen vermittelt werde: "Junge Menschen hören Dir nur zu nur, wenn Du ihre Sprache sprichst." Das Jugendradioprojekt "Radio Joven" verfolgt genau dieses Ziel: Denn hier erstellen Jugendliche Programme für ihre Altersgruppe.

Bettermann ermunterte die jungen Radiomacher dazu, bei ihrer Programmgestaltung sowohl Jugendliche aus der Stadt als auch vom Land mit einzubeziehen. Die indigene Bevölkerung werde oft vergessen. Die junge Radiomoderatorin Yesenia Pérez gab ihm Recht. Sie trage beispielsweise gerne die traditionelle Maya-Tracht: einen bunten, gewebten Rock und eine bestickte Bluse. "In der Stadt werde ich damit oft schief angesehen. Wir haben nicht die gleichen Chancen wie weiße Jugendliche", bedauerte sie.


"Wir stehen unter Generalverdacht"

Doch Vorurteile gebe es auch in der Stadt, berichteten die Jugendlichen auf dem Podium der Gesprächsrunde, die DW Akademie Trainerin Elena Ern moderierte. Sie erzählten Intendant Bettermann, wie sie zuweilen stigmatisiert und kriminalisiert würden. Oftmals seien sie dem Generalverdacht ausgesetzt, Mitglieder einer brutalen Jugendbande - der sogenannten "maras" - zu sein, so Radiomoderator César Tinay. Bettermann lobte in diesem Zusammenhang die Initiative, mit Hilfe eines Jugendradios ein Instrument zur Partizipation zu schaffen. Denn die fehlende Möglichkeit zur Teilhabe an gesellschaftlichen Prozessen sei einer der Gründe, weshalb junge Leute auf Abwege geraten würden.

"Wie würden sie mit Tabuthemen umgehen?" wollte Radiomacherin Alexia Monterroso von Bettermann wissen. Dieser ermunterte die Jugendlichen, auch schwierige Themen aufzugreifen, wie beispielsweise das Thema der Vergangenheitsbewältigung. Denn über den Bürgerkrieg in Guatemala, der mehr als 30 Jahre lang dauerte, würde häufig geschwiegen. Bettermann erzählte von seinen eigenen Erfahrung in der deutschen Nachkriegszeit: Seine Generation habe den Eltern Erklärungen abverlangt und somit das Thema der Aufarbeitung des Nationalsozialismus auf die Tagesordnung gesetzt.

Im Rahmen des Jugendradioprojektes der DW Akademie haben die Teilnehmer bereits Konzepte entwickelt, wie sie schwierige und ernste Themen jugendgerecht aufarbeiteten können. Ziel des Projektes ist es, ein Produktionszentrum für ein Jugend-Radio und eine Multimediaplattform in Guatemala zu gründen.

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01_02_2012 Themenbild für Newsletter Ansprechpartner für weitere Verwendungszwecke: Sabrina.Tost@dw-world.de

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