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Korruptionsvorwürfe

Guatemala: Frühere Staatsspitze angeklagt

Haben sie ein kriminelles Netzwerk geleitet? Der frühere Staatschef Otto Pérez Molina und seine damalige Stellvertreterin werden in Guatemala vor Gericht gestellt. In Untersuchungshaft befinden sie sich schon lange.

Der frühere guatemaltekische Präsident Otto Pérez Molina (Artikelbild, Aufnahme aus 2015) und die ehemalige Vizepräsidentin Roxana Baldetti müssen sich wegen Korruptionsvorwürfen vor Gericht verantworten. Das entschied ein Richter zum Abschluss einer Art Zwischenphase des Strafverfahrens. Pérez und Baldetti sitzen bereits seit rund zwei Jahren in Untersuchungshaft. Mit ihnen sind rund 30 weitere Verdächtigte angeklagt.

Pérez und Baldetti werden die Bildung einer kriminellen Vereinigung, außerdem illegale Bereicherung und Zollbetrug vorgeworfen. Der ehemalige Staatschef und seine damalige Vizepräsidentin sollen den Ermittlern zufolge aus dem Regierungspalast heraus das kriminelle Netzwerk "La Línea" geführt haben. Die Gruppe ermöglichte es demnach Unternehmen, gegen Schmiergeldzahlungen Waren am Zollamt vorbei ins Land einzuführen. Dadurch gingen der Staatskasse Millionenbeträge verloren.

Das große Aufräumen

Aufgedeckt wurden die Machenschaften von der guatemaltekischen Generalstaatsanwaltschaft und der Internationalen Kommission gegen Straffreiheit (Cicig). Die Ermittler räumen in dem korruptionsverseuchten Land derzeit gründlich auf und haben bereits Dutzende Politiker, Beamte und Unternehmer vor Gericht gebracht.

ml/kle (dpa, afp)