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Wirtschaft

GTZ erzielt Rekordumsatz

Entwicklungspolitik ist ein boomender Markt und die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) profitiert davon. 2009 konnte sie ihren Umsatz um 18 Prozent steigern.

Zentrale der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) in Eschborn bei Frankfurt, Foto: dpa

GTZ bekommt inzwischen auch Aufträge aus dem Ausland

Der wichtigste Auftraggeber für die gemeinnützige Gesellschaft für technische Zusammenarbeit, kurz GTZ ist das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Rund 70 Prozent des Umsatzes, das entspricht einer Milliarde Euro, wurden so erwirtschaftet. Dabei entfällt ein immer größerer Anteil staatlicher Aufträge auf die Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft.

Darunter spielen Klima-Projekte zur Minderung des Treibhaus-Effektes ebenso eine Rolle wie der Aufbau von Verwaltungsstrukturen, umreißt GTZ-Geschäftsführer Bernd Eisenblätter das Spektrum. Beispielsweise in Asien: "So haben wir 2009 mit einem hessischen Pharma- und Chemieunternehmen begonnen, eine landesweite umweltgerechte und sichere Entsorgung für gebrauchte Verpackungen und Chemikalien aus Laboren in Thailand, Indonesien und den Philippinen aufzubauen."

Auch Ausland zahlt für Arbeit der GTZ

Eine Frau im Slum in Südafrika, Foto: AP

Milleniumsziel: Bis 2015 soll Armut weltweit halbiert werden

Die GTZ wird aber nicht nur aus Deutschland beauftragt, sondern immer öfter auch aus dem Ausland, freut sich Eisenblätter. "Für dieses Geschäftsfeld der GTZ kommt also nicht der deutsche Steuerzahler auf, sondern der jeweilige zumeist ausländische Auftraggeber." Ob einzelne Länder wie Äthiopien und aus der Golf-Region oder internationale Organisationen, die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit sei aufgrund ihrer Jahrzehnte langen Erfahrung ein gefragter Partner. "Dann werden mit ‚fremdem’ Geld deutsche Erfahrungen, deutsche Konzepte umgesetzt. Und so unterstützt auch dieses Geschäftsfeld die Bundesregierung bei der Erreichung ihrer entwicklungspolitischen Ziele," meint Eisenblätter.

Auch Deutschland profitiert von Entwicklungshilfe

Absoluten Vorrang habe natürlich die Halbierung der weltweiten Armut bis 2015, sagte der Staatssekretär aus dem Entwicklungsministerium, Hans-Jürgen Beerfeltz. Dieses Ziel haben sich die Vereinten Nationen zur Jahrtausendwende gesetzt. Beerfeltz, der zugleich Aufsichtratvorsitzender der GTZ ist, will das so genannte Milleniumsziel künftig noch stärker gemeinsam mit der Wirtschaft erreichen. Und davon soll auch Deutschland profitieren.

Staatssekretär Hans-Jürgen Beerfeltz

Hans-Jürgen Beerfeltz: Entwicklungshilfe schafft Arbeit in Deutschland

Durch Investitionen in technische Zusammenarbeit würde es Rückflüsse nach Deutschland geben. "Für jeden dort ausgegebenen Euro fließen 1,8 Euro nach Deutschland zurück.“ Dieser wirtschaftliche Rückfluss sei mit Hilfe einer Studie ermittelt worden, so Beerfeltz. Auch der einheimische Arbeitsmarkt profitiere. Rund 140 000 Jobs würden durch die deutsche Entwicklungshilfe gesichert.

Keinen Zweifel lässt der Staatssekretär daran, dass Deutschland bis 2015 seinen Anteil an der finanziellen Entwicklungshilfe von derzeit 0,4 auf 0,7 Prozent gemessen am Brutto-Inlandseinkommen aufstocken wird. Beerfeltz rechnet trotz einer Rekord-Verschuldung Deutschlands mit einer Erhöhung seines Etats, der aktuell rund sechs Milliarden Euro beträgt. Die Steuerzahler meint er hinter sich zu wissen: "Es sind regelmäßig zwei Drittel der Bevölkerung, die sagen, Deutschland solle trotz Krise seine internationalen Verpflichtungen erfüllen und die weltweite Armut bekämpfen.“

Autor: Marcel Fürstenau

Redaktion: Insa Wrede

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