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Aktuell Kultur

Grundstein für Barenboim-Said-Akademie

Eine neue Akademie in Berlin soll demnächst israelische und arabische Musiker zusammenbringen. Ein Beitrag zur Versöhnung in Nahost, hofft Stardirigent und Akademiegründer Daniel Barenboim.

Noch ist es eine Baustelle, doch das ehemalige Magazin der Staatsoper Unter den Linden im Herzen Berlins soll bis zum Herbst 2015 in neuem Glanz erstrahlen. Nur wenig später, ab 2016, werden dort jeweils 100 junge Stipendiaten eine dreijährige Ausbildung erhalten - hauptsächlich Musiker aus Israel und arabischen Ländern.

"Das denkende Ohr"

Die Akademie knüpft an die Idee der Versöhnung durch Musik an, für die sich Daniel Barenboim auch mit seinem West-Eastern Divan Orchestra einsetzt: Seit 1999 treten junge Musiker aus der Krisenregion Nahost gemeinsam auf - weltweit einmalig, weltweit erfolgreich. Auch die neue Akademie solle "anders werden als andere", versprach der Dirigent nun in Berlin. Zwar biete sie wie andere Hochschulen einen staatlich anerkannten Abschluss an, aber "ich habe ein Curriculum, das ich 'das denkende Ohr' nennen würde": Geisteswissenschaftliche und musikalische Ausbildung sollen Hand in Hand gehen – auch eine Reverenz vor dem amerikanisch-palästinensischen Literaturwissenschaftler Edward Said (1935-2003), der sich zeitlebens gegen ein Übermaß an Spezialisierung aussprach und neben Barenboim Namenspatron der Akademie ist.

Modell des Konzertsaals, entworfen vom Architekten Frank Gehry (Copyright: Barenboim-Said-Akademie)

Modell des Konzertsaals, entworfen vom Architekten Frank Gehry

In dem denkmalgeschützten Gebäude, das Berlin der Akademie für 99 Jahre zur Nutzung überlässt, entsteht ein Konzertsaal für 700 Besucher, kostenlos entworfen vom niemand geringerem als Stararchitekt Frank Gehry. Prominent ist auch der Direktor der künftigen Hochschule: der ehemalige Kulturstaatsminister Michael Naumann.

"Kulturelles Versöhnungsprojekt"

Die Baukosten belaufen sich auf knapp 34 Millionen Euro, 20 Millionen davon kommen aus der Kasse von Kulturstaatsministerin Monika Grütters, die anlässlich der Grundsteinlegung ihr Engagement für das Projekt unterstrich. Die Akademie sei ein "wegweisendes kulturelles Versöhnungsprojekt, das auch als Beitrag Deutschlands für den Friedensprozess im Nahen Osten verstanden werden darf", betonte Grütters. Die Studierenden seien Botschafter einer deutschen und europäischen Musikkultur auch für die Zivilgesellschaften ihrer Herkunftsländer. "Sollten auch nur einige von ihnen die Musik und die Erfahrung der gelebten Gemeinschaft aus Berlin und der Welt in ihrer Heimat weitergeben, so werden sie die Idee der Barenboim-Said Akademie an ihren Bestimmungsort bringen."

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