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Grund

Im Vordergrund stehen wichtige Dinge, im Hintergrund halten sich vor allem schüchterne Menschen und im Untergrund leben Kriminelle. Hier wird dem Grund mal so richtig auf den Grund gegangen.

Der Grund ist kein spektakulärer Begriff, wohl aber ein vielfältig form- und anwendbarer. Für Freunde der Logik muss alles einen Grund haben: dass die Sonne morgens aufgeht und nicht abends, dass die meisten Menschen Rechtshänder sind und Wasser nicht anbrennen kann.

Für Landwirte zählt dagegen der Grund vor allem als Boden, auf dem sich Getreide und Gemüse anpflanzen lassen. Bei manchen Gewächsen schlägt sich das sogar im Namen nieder. So werden vor allem in süddeutschen Mundarten Kartoffeln nicht nur Erdäpfel, sondern auch Grundbirnen genannt.

Vorder- , Hinter- oder Untergrund

Im gesellschaftlichen Vordergrund stehen vor allem hohe Politiker, Stars und oft auch Chefs großer Firmen. Sie wären natürlich nichts ohne all jene, die im Hintergrund für sie die Vorarbeit leisten.

Manchmal ist es natürlich auch eine Frage der Persönlichkeit. Besonders schüchterne Menschen bevorzugen es, im Hintergrund zu bleiben. Kriminelle dagegen leben im Untergrund, also außerhalb der Öffentlichkeit, eben dort, wo die Polizei sie nicht sieht und auch nicht festnehmen kann.

Ein Grund für alle Fälle

Eine steile Karriere hat das Wort "Migrationshintergrund" in Deutschland gemacht. Noch vor wenigen Jahren differenzierte man nicht lange und sprach von Ausländern, dann kamen "Menschen mit ausländischer Herkunft" hinzu.

Um nun alle, die irgendwelche Wurzeln im Ausland haben, unter einen Hut zu bringen – und um niemandem im übertragenen Sinne "wehzutun" –, hat man den Migrationshintergrund als sachlich-nüchterne Lösung für alle Fälle auserkoren.

Menschliche Abgründe

Ärzte und Psychologen blicken nicht selten in menschliche Abgründe, wenn sie von Lebensgeschichten voller schmerzhafter Erlebnisse und zerrissenen Familienverhältnissen erfahren. Zu ihnen, den Psychologen, kommen oft Menschen, die – bildlich gesprochen – am Abgrund stehen, also in ihrem Leben einfach nicht mehr weiter wissen.

Um die Patienten von übertriebenen Ängsten oder übermächtiger Traurigkeit zu befreien, müssen die Therapeuten dem Problem auf den Grund gehen. Doch manches bleibt selbst nach langem und genauem Studium der Vergangenheit unergründlich wie der Boden eines tiefen Sees.

In den Grundfesten erschüttert

Gründlich geirrt haben sich viele Finanzspekulanten in den vergangenen Jahren, indem sie glaubten, mit unsicheren Kreditverträgen dauerhaft das große Geld machen zu können. Jetzt müssen die Regierungen einschreiten, die Banken retten und sogar noch den Grundstein legen für ein neues weltweites Finanzsystem, das mehr Sicherheit bietet.

Nicht nur die Finanzbranche, die Wirtschaft im Allgemeinen wurde durch Spekulationen in ihren Grundfesten erschüttert. Viele Menschen haben durch schlechte Berater dabei alles verloren, was sie besaßen. Kein Wunder, dass mancher dadurch einen abgrundtiefen Hass gegenüber der Finanzbranche entwickelt.

Vornehm geht die Welt zu Grunde

Zumal wenn Geschichten wie diese bekannt werden, dass eine Bank ihre Mitarbeiter zu einem millionenteuren Fest in einem luxuriösen Hotel einlud, als die Krise schon längst bekannt war. Da hatte die Bankleitung wohl einen bekannten Leitsatz missverstanden. "Vornehm geht die Welt zu Grunde" bedeutet, auch im Angesicht von Scheitern und Untergang die äußere Haltung zu bewahren, nicht jedoch, angesichts des Krisenabgrundes im noblen Hotel eine letzte große Party zu feiern.

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