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Asien

Grow. Green. India.

Nachhaltige Kondome, Atomkraftwerke und Graswurzelbewegungen - unsere indischen Gastjournalisten ziehen Bilanz. Das von der Robert Bosch Stiftung finanzierte Multimedia-Projekt brachte neue Einsichten.

Hand aufs Herz - Kennen Sie die CO2-Bilanz eines Kondoms? Sarah Abraham aus Hyderabad in kann Ihnen weiterhelfen: Die 26-jährige Lifestyle-Journalistin nutzte ihren zweimonatigen Deutschlandaufenthalt, um über nachhaltige Herstellungsmethoden für dieses wahrhaft "globale" Produkt zu recherchieren. Tatsächlich verarbeiten findige Produzenten aus Deutschland das Verhüterli inzwischen klimaneutral. Und mehr noch: Den dazu nötigen Latex liefert - fair gewonnen und gehandelt - eine Plantage im indischen Tamil Nadu.

Für Sarah war dies, wie sie bekennt, eine überraschende Einsicht in die indisch-deutschen Beziehungen. Ganz ähnlich erging es ihrem Kollegen Charu Kartikeya, der als politischer Journalist für Indiens Parlamentskanal "Lok Sabha TV" arbeitet. Als er nach Deutschland aufbrach, hatten sich gerade im Süden Indiens Proteste gegen ein geplantes Atomkraftwerk entzündet - ein Novum in der Geschichte des Landes.

Journalistische Nachhaltigkeit

Bei seinen Recherchen in Deutschland stieß Charu auf bemerkenswerte historische Parallelen: Anti-Atom-Aktivisten hatten - in Wyhl in Baden-Württemberg - schon Anfang der 70er Jahre erfolgreich den Bau eines Kernkraftwerks gestoppt. Und aus der Graswurzel-Bewegung jener Tage entstand eine grüne Partei, die inzwischen in Deutschland Regierungen bildet. Ein spannendes Stück politische Geschichte für den jungen Inder. Er diskutierte es mit der atompolitischen Sprecherin der Grünen in Berlin.

Sechs Gastjournalisten aus verschiedenen Teilen Indiens - sechs besondere Perspektiven: Sei es die Frage, welche Chancen biologischer Landbau in einer, noch immer von Armut geprägten, indischen Gesellschaft hätte, oder das Erstaunen darüber, dass die einst den Weltmarkt beherrschende deutsche Solarindustrie heute wirtschaftlich ins Straucheln geraten ist.

Ihr siebenwöchiger Aufenthalt - so bestätigen alle sechs im Interview mit der DW Akademie - habe nicht nur ihr Bild von Deutschland verändert, sondern auch Inspiration und Ideen vermittelt: für ihr Land, für die journalistische Arbeit und - nicht zuletzt - für eigene Beiträge zu einer "nachhaltigen" Zukunft.

Sechs indische Journalisten - und ihr "grüner" Blick:

Ruchika Chitravanshi, 28, arbeitet als Wirtschaftjournalistin für den "Business Standard" in Neu Delhi. Neben einer faktenreichen Reportage zu den Perspektiven für "grünen" Tourismus in Indien, steuerte sie die Fotos zu einem Stadtporträt der krisengeschüttelten Solarmetropole Bitterfeld-Wolfen bei. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Idrees Lone diskutierte sie schließlich Erfolge und Perspektiven nachhaltiger Landwirtschaft in Deutschland.


Ashish K Mishra, 28, ist Wirtschaftsjournalist beim indischen Ableger des US Magazins FORBES und auf Automobile und alternative Energien spezialisiert. Passend zu seinen Vorlieben stellte er in einem Selbstversuch das Elektro-Carsharing-Projekt "Muliticity" in Berlin auf die Probe und analysierte die Situation der kriselnden deutschen und internationalen Solarindustrie. Eindrücke vom Niedergang der Branche hielt er in Bitterfeld-Wolfen im so genannten "Solar Valley" fest.


Anjilee Istwal, 33, ist Korrespondentin und Moderatorin beim Nachrichten-Kanal New Delhi Televison (NDTV). In Deutschland besuchte sie das Kölner "Repair Café - Dingfabrik", das Mitmenschen durch clevere Selbsthilfe dabei unterstützt, defekte Gerät instand zu setzen, anstatt sie wegzuwerfen. Sie traf außerdem Bonner Grundschüler, die sich im Klassenzimmer zu Klimabotschaftern fortbilden.


Idrees Lone, 31, arbeitet als freier Print- und TV-Journalist in Srinagar in der indischen Krisenregion Kashmir, zugleich eine der naturreichsten und grünsten Gebiete des Subkontinents. Er ging - gemeinsam mit Kollegin Ruchika Chitravanshi - der Frage nach, ob Biolandwirtschaft nach deutschem Konzept beim indischen Verbraucher eine Chance hätte. Und untersuchte die Möglichkeiten des indischen Tourismussektors, sich nachhaltig zu entwickeln.


Sarah Abraham, 26, schreibt für das Lifestyle-Magazin "You & I" in Hyderabad. Sie traf auf die Trendsetter einer Mode, die ebenso chic wie fair und ökologisch ist. In einer Hintergrund-Reportage verglich sie außerdem die Möglichkeiten in Deutschland und Indien, Gebäude nach energiesparenden Konzepten zu errichten.


Cahru Kartikeya, 27, ist Moderator und politischer Journalist beim indischen Parlamentskanal "Lok Sabha Television" in Neu Delhi. Seine Recherchen drehten sich um die Geschichte der deutschen Anti-Atmo-Bewegung und die Rolle der grünen Partei im Zusammenhang mit der sogenannten Energiewende. In Berlin führte er ein ausführliches Interview mit der atompolitischen Sprecherin der Grünen, der Bundestagsabgeordneten Sylvia Kotting-Uhl.

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