Großrazzia in vier Bundesländern gegen Menschenschmuggler | Aktuell Deutschland | DW | 08.05.2018
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Schleuserkriminalität

Großrazzia in vier Bundesländern gegen Menschenschmuggler

Seit Montagabend haben rund 800 Beamte die Wohnungen und Büros durchsucht. Die Schleuser sollen in großem Stil Personen geschmuggelt und illegal beschäftigt haben. Die Polizei vermutet Kontakte zur Reichsbürgerszene.

Bei der groß angelegten Razzia in Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt habe die Bundespolizei 21 Durchsuchungsbefehle vollstreckt, sagte ein Sprecher. In Hamburg wurden demnach die Hauptbeschuldigten - zwei Deutsche und ein Russe zwischen 30 und 43 Jahren - vorläufig festgenommen. Derzeit werde geprüft, ob Haftbefehle beantragt würden.

Die aus Deutschland, Russland und der Ukraine stammenden Täter stünden im Verdacht, für unerlaubt eingereiste moldauische Staatsangehörige den Aufenthalt und auch die illegale Beschäftigung unter anderem im Sicherheitsgewerbe organisiert zu haben. Die illegalen Migranten seien zumeist mit gefälschten rumänischen Pässen ausgestattet gewesen. Anders als für Bürger aus der Republik Moldau gilt für Bürger aus dem EU-Land Rumänien die sogenannte Freizügigkeit für Arbeitnehmer, sich in allen EU-Staaten niederlassen und dort arbeiten zu dürfen.

Gefälschte Ausweise, Bargeld und Waffen sichergestellt

Bei den Durchsuchungen wurden umfangreiche Beweismittel - darunter gefälschte Ausweise - sowie ein mittlerer fünfstelliger Bargeldbetrag und Gold sichergestellt. Zudem fand die Polizei geringe Mengen verbotener Betäubungsmittel, einen Schlagring, einen Elektroschocker und 9mm-Patronen. Da die Gewaltbereitschaft und Bewaffnung einzelner Personen bekannt war, setzte die Bundespolizei auch Spezialkräfte ein.

Einige der Verdächtigen sollen Kontakte in die Reichsbürgerszene in Sachsen-Anhalt haben. Ob und wie diese Kontakte mit den Durchsuchungen in Verbindung stehen, sagte der Polizeisprecher nicht. Die Reichsbürger lehnen die Bundesrepublik und ihre Rechtsordnung ab. Vertreter der Bewegung gehen davon aus, dass das Deutsche Reich noch immer besteht.

In Sachsen-Anhalt seien die Durchsuchungen noch am Montag abgeschlossen worden, hieß es weiter. Dagegen wurden in Hamburg, Sittensen und Bremen noch am Dienstag Räume durchsucht. Die Staatsanwaltschaft Lüneburg ermittelt bereits seit vergangenem Oktober in dem Fall. Sie war durch aufgeflogene Schleusungen auf den Autobahnen A4 und A17 in Sachsen auf das Netzwerk aufmerksam geworden.

ie/rb (dpa,rtr)