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Aktuell Deutschland

Großrazzia in Düsseldorfs "Maghreb-Viertel"

Im Visier der 300 Polizeibeamten standen vor allem Menschen nordafrikanischer Herkunft, die verdächtigt werden, Diebstahls-, Raub- oder Drogendelikte begangen zu haben. Es gab insgesamt 40 Festnahmen.

Während der sechsstündigen Aktion wurden insgesamt 18 Lokale nahe des Düsseldorfer Hauptbahnhofs überprüft, wie die Polizei mitteilte. Das Viertel gilt seit längerem als Rückzugsort für mutmaßliche Straftäter aus Nordafrika wie zum Beispiel Taschendiebe, weshalb vom "Maghreb-Viertel" die Rede ist. Kernländer des Maghreb sind Marokko, Algerien und Tunesien.

Cafés, Spielcasinos, Shisha-Bars

Rund 300 Beamte umstellten am frühen Samstagabend zeitgleich 18 Cafés, Spielcasinos und Shisha-Bars. Ermittlungen hätten ergeben, dass sich dort "zu bestimmten Zeiten Personen treffen und aufhalten, die im Verdacht stehen, Taschen- und Gepäckdiebstähle sowie Straßenraub- aber auch Drogendelikte zu begehen", teilte die Polizei weiter mit. Mit Unterstützung städtischer Ämter und der Bundespolizei wurden insgesamt 294 Personen überprüft. Es seien vorwiegend Männer nordafrikanischer Abstammung identifiziert, durchsucht und ihr aufenthaltsrechtlicher Status geklärt worden.

Bei 38 der 40 vorläufig Festgenommenen besteht der Verdacht des illegalen Aufenthalts. Ein Mann war bereits zur Abschiebung ausgeschrieben, ein weiterer wurde wegen des Verdachts der Hehlerei festgenommen. Es gab bislang sieben Strafanzeigen wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz und jeweils eine Anzeige wegen Diebstahls, Betruges und eines möglichen Verstoßes gegen das Waffengesetz. Gefunden wurden auch sechs gestohlene Mobiltelefone.

Polizeiaktion war lange geplant

Die Aktion war nach Angaben der Düsseldorfer Polizei bereits seit vergangenem Jahr geplant. Es gehe darum, Einblicke "in die Strukturen der Verdächtigen, über ihre Gewohnheiten, Aufenthaltsorte und Unterkünfte" zu bekommen, erklärte der Einsatzleiter der Düsseldorfer Polizei, Frank Kubicki. Wie Köln hat auch Düsseldorf seit längerem ein Problem mit Straftätern aus dem nordafrikanischen Raum.

Auch die Kölner Polizei berichtete zuletzt von einer deutlichen gestiegenen Zahl der Eigentumsdelikte wie beispielsweise Taschendiebstähle, die Tätern aus dem nordafrikanischen Raum zugeschrieben werden. Insbesondere Nordafrikaner werden auch für die massenhaften sexuellen Übergriffe auf Frauen und Diebstähle in der Kölner Silvesternacht verantwortlich gemacht. Die Zahl der Strafanzeigen von Opfern der Silvester-Gewalt in Köln stieg bislang auf mehr als 670. Nach dem heftig kritisierten Polizeieinsatz wurden bislang mehrere Dutzend Tatverdächtige unter anderem aus dem nordafrikanischen und arabischen Raum identifiziert.

sti/qu (afp, dpa)