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Aktuell Deutschland

Großrazzia bei Salafisten in Bremen

Bereits im Februar verbot Bremens Innensenator Mäurer einen islamischen Förderverein. Doch die Salafistenszene scheint in der Stadt weiter aktiv zu sein. Jetzt gab es erneut eine groß angelegte Razzia.

Die Sicherheitsbehörden sind mit groß angelegten Durchsuchungen gegen die Bremer Salafistenszene vorgegangen. Bremer Polizisten sowie Spezialkräfte aus vier weiteren Bundesländern kontrollierten ab dem frühen Morgen insgesamt neun Wohnungen und Geschäfte in vier verschiedenen Stadtteilen, wie die Polizei in der Hansestadt mitteilte. Hintergrund der Aktion sei "eine akute Bedrohung von Bremer Salafisten untereinander".

Länderübergreifende Aktion

Die Durchsuchungen fanden laut Polizei in den Stadtteilen Gröpelingen, Lesum, Walle und Woltmershausen statt. Beteiligt waren auf Seiten der Beamten neben Polizisten aus Bremen auch Spezialkräfte aus Hamburg, Berlin, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Weitere Einzelheiten gaben die Ermittler zunächst nicht bekannt. Die Bremer Staatsanwaltschaft hatte die Durchsuchungen bei Gericht beantragt.

Deutschland Bremen Razzia bei Salafisten

Die Bremer Polizei wurde von Spezialkräften aus Hamburg, Berlin, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern unterstützt

Ein Verbot bereits im Februar

Bereits im Februar hatte der Bremer Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) den salafistischen "Islamischen Förderverein Bremen" verboten. Der Verein sei eine Ersatzorganisation für den bereits im Dezember 2014 verbotenen "Kultur und Familie Verein", wie die Innenbehörde damals mitteilte. Im Vorfeld dazu gab es auch damals schon umfangreiche Durchsuchungen in der Moschee, in einem Geschäftsraum sowie in Privaträumen.

Mäurer hatte damals die Razzia und das Verbot mit einer "aggressiv-kämpferischen Grundhaltung" des Vereins begründet. Dessen Mitglieder hätten Muslime und Konvertiten dazu aufgefordert, sich einer extremistischen Auslegung des Islam zuzuwenden. Kämpfer der Terror-Organisation "Islamischer Staat" seien als Vorbilder dargestellt worden.

Salfismus als islamistische Strömung

Der Salafismus ist eine rückwärtsgewandte, extrem konservative islamistische Strömung. Seine Anhänger beziehen sich ausschließlich auf den Koran und sehen sich als Verfechter eines unverfälschten Islams. Reformen und jede Form von Modernisierung lehnen sie ab. Ziel der Salafisten ist die vollständige Umgestaltung von Staat, Rechtsordnung und Gesellschaft nach ihrem Regelwerk - und letztlich die Errichtung eines islamistischen Gottesstaates. Der Verfassungsschutz geht nach Angaben von April von etwa 8650 Anhängern in Deutschland aus. Bremen gilt mit rund 360 als eine Hochburg.

as/se (dpa, afp)