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Nahost

Großoffensive im sunnitischen Dreieck

Amerikanische und irakische Truppen haben im Nordirak nach eigenen Angaben den bisher größten Luftangriff seit der Invasion im Frühjahr 2003 begonnen. Die Operation soll mehrere Tage dauern.

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Offensive gegen Rebellen

An der "Operation Schwärmer" gegen Rebellen nördlich von Bagdad seien mehr als 50 Kampfflugzeuge und über 1500 irakische und US-Soldaten beteiligt, teilte die US-Armee mit. Ziel der Militäroffensive sei es, die Region von "mutmaßlichen Aufständischen zu säubern", hieß es.

Waffen- und Sprengstofflager

Der massive Luft- und Bodeneinsatz um Samarra richte sich gegen Anhänger des Anführers der El Kaida im Irak, Abu Mussab al-Sarkawi, sagte ein hochrangiger irakischer Militär der Nachrichtenagentur AFP. Nach Angaben der US-Armee seien bereits mehrere Waffen- und Sprengstofflager ausgehoben worden. Unter anderem seien Granaten, Sprengkörper und Militäruniformen gefunden worden. Nach unterschiedlichen Angaben sind zwischen 40 und 50 Verdächtige festgenommen worden.

Zeugen berichteten aus dem Dorf Dschillaam von Gefechtslärm, der offenbar von schwerem Maschinengewehrfeuer verursacht wurde. In der Nacht habe ein Feuer gebrannt und es seien Leuchtgeschosse zu sehen gewesen. Für einen Gegenschlag der Aufständischen gab es keine Anzeichen. Die Aktion werde noch mehrere Tage andauern, in denen die etwa 125 Kilometer nördlich von Bagdad gelegene Region gründlich durchsucht werden solle.

Symbolische Parlamentssitzung

Die Soldaten drangen unter anderem in ein Gebiet nordöstlich der Stadt Samarra vor, in dem sich Extremisten verschanzt haben sollen. In der Region war vor drei Wochen die Reporterin Atwar Bahgad ermordet worden, die für den Nachrichtensender Al-Arabija arbeitete. Aus Sicherheitskreisen in der Provinzhauptstadt Tikrit hieß es, die Truppen hätten das Gebiet, das sich im Westen bis zum Tigris erstreckt und im Norden vom Harmein-Gebirge begrenzt wird, am frühen Morgen von mehreren Richtungen aus angegriffen.

Unterdessen war am Donnerstag drei Monate nach der Wahl im Irak das Parlament zu seiner ersten Sitzung zusammengetreten. Die konstituierende Sitzung, die in der streng abgeriegelten "Grünen Zone" von Bagdad stattfand, blieb jedoch ein rein symbolischer Akt. Da sich die Parteien noch nicht über die Verteilung der Schlüsselpositionen in der Regierung einig sind, wählten die 275 Abgeordneten auch keinen Parlamentspräsidenten.

Tauziehen um Regierungsbildung

Als Alterspräsident hielt der säkulare Sunnit Adnan Padschadschi die Eröffnungsrede. Er rief die Abgeordneten auf, nicht immer nur an die Interessen der eigenen Religionsgruppe zu denken. Padschadschi verurteilte die jüngste Welle von Anschlägen auf Moscheen und warnte, "die Gefahr eines Bürgerkrieges ist noch nicht gebannt". Nach der Vereidigung der Abgeordneten wurde die Sitzung vertagt, bis das Tauziehen um die Regierungsbildung beendet ist. Ein Datum wurde nicht genannt. Übergangspräsident Dschalal Talabani sagte lediglich, er hoffe, die Verhandlungen über die Regierung könnten bis Ende März abgeschlossen werden.

Bei der Parlamentswahl am 15. Dezember hatte die schiitische Vereinigte Irakische Allianz gesiegt. Sie kann auf die Unterstützung von rund 130 der insgesamt 275 Abgeordneten zählen. Auf die kurdischen Gruppierungen entfielen 53 Sitze, die sunnitischen Parteien verfügen über insgesamt 55 Mandate. Die übrigen Abgeordnetensitze gingen an säkulare und Minderheitenparteien. (wga)

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