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Aktuell Europa

Großes Waffenlager bei Paris ausgehoben

Fünf Kalaschnikows und viel Sprengstoff: In einer Wohnung in einem Pariser Vorort hat ein Franzose ein Waffenarsenal zusammengetragen. Die Ermittler sind überzeugt, dass sie einen schweren Terrorakt vereitelt haben.

Französische Polizisten bei der Razzia in Argenteuil (Foto: AFP)

Französische Polizisten bei der Razzia in Argenteuil

Der Anti-Terror-Staatsanwalt François Molins sagte: "Alles deutet darauf hin, dass mit der Entdeckung des Verstecks eine Aktion von extremer Gewalt durch ein terroristisches Netzwerk verhindert werden konnte, das bereit war, zur Tat zu schreiten." Es sei allerdings bisher kein klares Ziel identifiziert worden. In der Wohnung des Verdächtigen im Pariser Vorort Argenteuil sei ein "Arsenal in noch nicht da gewesenem Ausmaß" gefunden worden.

Sichergestellt wurden demnach fünf Kalaschnikow-Sturmgewehre, eine Maschinenpistole, sieben Faustfeuerwaffen, 1,3 Kilogramm industrieller Sprengstoff, 105 Gramm des Sprengstoffs TATP sowie zwei Plastikkanister mit Säure. Zudem fand man Komponenten, die als Bombenzünder genutzt werden können, fünf gestohlene Pässe und sieben Telefone, darunter neue Handys. Gefunden wurden außerdem auf zwei Computern dschihadistische Dokumente und Anleitungen zum Bombenbau.

Der französische Anti-Terror-Staatanwalt Francois Molins (Foto: AP)

Der französische Anti-Terror-Staatanwalt Francois Molins

Anklageverfahren eröffnet

Gegen den vor einer Woche in Boulogne-Billancourt festgenommenen Reda K. wurde ein Terrorverfahren eröffnet, ihm wird insbesondere die Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve hatte bereits kurz nach der Festnahme des 34-Jährigen erklärt, damit sei ein Terrorplan im "fortgeschrittenen Stadium" durchkreuzt worden.

Nach Angaben von Molins versicherte der Verdächtige vor dem Richter, er sei kein Terrorist. Bei den vorherigen Vernehmungen habe er ausgesagt, die Wohnung in Argenteuil im Auftrag eines Dritten gemietet zu haben, dessen Namen er nicht nannte. Ein Richter ordnete am Mittwoch Untersuchungshaft für Reda K. an, der zuvor sechs Tage in Polizeigewahrsam gehalten wurde - dies ist nur in Ausnahmefällen möglich.

Zu zehn Jahren Haft verurteilt

Reda K. war in der Vergangenheit in Frankreich wegen schwerer Straftaten verurteilt worden. Im Juli 2015 wurde er dann in Brüssel wegen Zugehörigkeit zu einer Dschihadistenzelle in Abwesenheit zu zehn Jahren Haft verurteilt. Derselben Zelle gehörte auch der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge von Paris, Abdelhamid Abaaoud, an.

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Belgiens Behörden unter Druck

Zwischen "Ende 2014 und Anfang 2015" soll Reda K. nach Syrien gereist sein, wie Molins sagte. Das gleiche gilt für einen mutmaßlichen Komplizen, den am Sonntag im niederländischen Rotterdam festgenommenen Anis B. Beide seien nach ihrer Rückkehr nach Europa zwischen Frankreich, Belgien und den Niederlanden hin- und hergereist. Der 32-jährige Bahri soll bald an Frankreich überstellt werden.

Frankreich und Belgien waren in den vergangenen Monaten Ziel schwerer islamistischer Terroranschläge. In Paris und einem Vorort starben im November 130 Unschuldige, in Brüssel ermordeten Attentäter vergangene Woche 32 Menschen. Bisher gibt es nach Angaben der französischen Behörden keine greifbaren Hinweise auf einen Zusammenhang des aufgedeckten Terrorplans mit diesen Anschlägen.

kle/haz (afp, dpa, rtre, ape)

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