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Aktuell Asien

Großer Trauerzug für ermordeten Aktivisten Kem Ley in Phnom Penh

Zehntausende Kambodschaner haben an der Trauerprozession für den Regimekritiker Kem Ley teilgenommen. Sie verabschiedeten sich von dem Mann, der vor zwei Wochen am helllichten Tag in einem Café erschossen wurde.

Der Trauerzug begann an einem buddhistischen Kloster in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh, wo der ermordete Kem Ley die vergangenen 14 Tage aufgebahrt war. Die Menschen trugen Porträts des Verstorbenen, der in einem transparenten Sarg lag. Sein letzter Weg soll ihn in die 70 Kilometer südlich von Phnom Penh gelegene Provinz Takeo führen, die die Heimat des 46-Jährigen war. Auch an den Straßen standen Tausende Menschen, um Kem Ley die letzte Ehre zu erweisen.

Trauerzug mit vielen Menschen (Foto: Reuters/S. Pring)

Viele der Trauernden glauben nicht an einen kriminellen Hintergrund für den Mord an Kem Ley

Politisches Mordmotiv?

Der populäre Demokratie-Aktivist war vor zwei Wochen in Phnom Penh erschossen worden. Nur kurze Zeit später wurde ein mutmaßlicher Täter festgenommen, der die Tat angeblich wegen nicht gezahlter Schulden begangen haben soll. Viele vermuten jedoch politische Motive für den Mord. Ministerpräsident Hun Sen kündigte eine umfassende Untersuchung an und mahnte die Bevölkerung, den Tod des Aktivisten nicht zu einem "politischen Fall" zu stilisieren.

Kem Ley hatte regelmäßig die Politik der Regierung kritisiert, zuletzt in einem Radio-Interview. Darin prangerte er das weit verzweigte Wirtschaftsimperium der Familie Hun Sens an. Immer wieder hatte Kem Ley eine saubere Politik in Kambodscha gefordert. Das Land zählt zu den korruptesten der Welt.

fab/cw (afpe, dpae, APE)

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