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Nahost

"Großer Tag für neuen Irak"

US-Präsident Bush und der britische Premier Blair haben den Tod der Söhne des gestürzten irakischen Präsidenten Saddam Hussein begrüßt. In Bagdad feierten viele Menschen die Nachricht mit Freudenschüssen in die Luft.

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Freude über die Nachricht bei Bush und Blair

Der amerikanische Präsident George W. Bush zeigte sich erfreut über die Militäraktion. "Über viele Jahren waren diese beiden für zahllose Verbrechen gegen das irakische Volk verantwortlich. Sie können nicht länger einen Schatten des Hasses auf Irak werfen", hieß es in einer Erklärung des Weißen Hauses. "Obwohl noch viel zu tun ist im Irak, kann das irakische Volk jeden Tag Fortschritte in Richtung einer besseren und wohlhabenderen Zukunft ihres Landes sehen," erklärte Bush weiter. US-Außenminister Colin Powell sagte: "Das irakische Volk ist jetzt sicherer. Wir verfolgen die anderen Mitglieder seines mörderischen Regimes, wo immer sie sich verstecken mögen."

Saddam Hussein mit seinen beiden Söhnen, Udai und Kusai

Saddam Hussein mit seinen beiden Söhnen, Udai und Kusai

Der Tod von Udai und Kusai Hussein markiert nach Angaben des britischen Premierministers Tony Blair "einen großen Tag für den neuen Irak". Blair sagte am Mittwoch (23.7.2003) in Hongkong: "Diese beiden Menschen waren an der Spitze eines Regimes, das nicht nur durch sein Waffenprogramm eine Gefahr für die Sicherheit war, sondern, wie wir an den Massengräbern sehen können, auch verantwortlich waren für die Folterung und den Tod Tausender und Abertausender unschuldiger Iraker". Der britische Außenminister Jack Straw erklärte, die Nachricht, dass die Söhne Saddams nicht mehr eine Bedrohung für die Sicherheit im Irak darstellten, werde das irakische Volk beruhigen.

Freudensalven in Bagdad

Australiens Ministerpräsident John Howard sagte in einem TV-Interview, es seien "zwei vollkommen unbarmherzige, brutale, despotische Individuen" verschwunden, die maßgeblich für den brutalen irakischen Machtapparat verantwortlich gewesen seien.

In Bagdad feierten zahlreiche Iraker mit Freudenschüssen und Jubelschreien die Nachricht vom Tod der Brüder, noch bevor dies offiziell bestätigt wurde. Vor allem im mehrheitlich schiitischen Innenstadt-Bezirk Karade schossen kurz vor Beginn der Ausgangssperre um 23.00 Uhr Ortszeit viele Menschen mit Kalaschnikows und Pistolen in die Luft, berichtete ein Agenturkorrespondent.

Mögliche Racheanschläge

Der US-Zivilverwalter im Irak, Paul Bremer, wertete den Tod der Hussein-Söhne als "gute Nachricht für das irakische Volk und für unsere Streitkräfte". Allerdings müsse in den kommenden Tagen mit Racheanschlägen gerechnet werden, fügte Bremer hinzu, der sich derzeit in Washington aufhält.

Das Mitglied des provisorischen Regierungsrates, Ahmad Chalabi, sagte, Kusai habe ein Netz geführt, das große Probleme verursacht habe. Der Tod der beiden sei sehr wichtig. "Das wird beträchtlich dazu beitragen, die Zahl der Angriffe auf Soldaten der Koalitionstruppen zu reduzieren."

Udai (39) und Kusai (37) Hussein waren am Dienstag (22.7.2003) nach einem sechsstündigen Feuergefecht mit amerikanischen Elitesoldaten getötet worden. Ein Iraker hatte zuvor den entscheidenden Tipp geliefert, dass die beiden sich in einem Haus im nordirakischen Mosul versteckt hielten. Die US-Regierung hatte eine Belohnung von 15 Millionen Dollar für Informationen ausgesetzt, die zu ihrer Ergreifung führen. (mik)

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