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Filme

Großer Kunstpreis für türkischen Filmemacher Emin Alper

Jedes Jahr verleiht die Berliner Akademie der Künste den "Großen Kunstpreis Berlin". Diesmal geht die Auszeichnung an den türkischen Regisseur Emin Alper.

Emin Alper bekommt den "Großen Kunstpreis Berlin", weil er sich als außergewöhnlicher cineastischer Erzähler erwiesen habe, so begründete die Jury ihre Entscheidung. Der 42-jährige Filmemacher sei ein einfühlsamer Beobachter. In seinen beiden Filmen "Beyond the Hill" (türkischer Originaltitel: "Tepenin Ardi") und "Frenzy" ("Abluka") sei es ihm meisterhaft gelungen, aus den Innenwelten seiner Protagonisten heraus ein tiefgründiges Bild der durch alltägliche Gewalt zerrissenen türkischen Gesellschaft zu zeichnen. Hochaktuell bei der derzeitigen politischen Situation in der Türkei.

Emin Alper: Promovierter Historiker und politischer Regisseur

Schon als Jugendlicher begeisterte Emin Alper sich für Filme, ging aber zunächst andere berufliche Wege. Geboren ist er 1974 in Konya, in Zentralanatolien. Für das Studium verschlug es ihn nach Ankara. Dort schrieb er sich für Wirtschaft und Geschichte ein. Später machte er seinen Doktor in türkischer Geschichte und lehrte an der Technischen Universität Istanbul (ITÜ). Als sein cineastisches Schlüsselerlebnis bezeichnet er den Film "Die Zeit der Zigeuner" (1988) von Emir Kusturica.

Alper begann Filmkritiken zu veröffentlichen, da es in der Türkei keine Filmzeitschriften gab. Nach kurzen Gastauftritten als Nebendarsteller in diversen Filmen entstanden erste Drehbuchentwürfe. Sein Erstlings-Film "Beyond the Hill" (2012) ist eine bissige Western-Parabel mit hintergründigen Anspielungen auf die türkische Gesellschaft. Der Film wurde im gleichen Jahr auf der Berlinale mit dem Caligari-Preis ausgezeichnet. Insgesamt gewann der Regisseur bereits 30 nationale und internationale Preise.

Filmstills Abluka - Frenzy (picture-alliance/dpa/labiennale)

Filmszene aus "Frenzy": Der Film erhielt den Spezialpreis der Jury beim 72. Filmfestival in Venedig

Politische Juryentscheidung der Akademie der Künste

Der Jury der Akademie der Künste, die Emin Alper den Preis zugesprochen hat, gehört unter anderem der deutsche Filmemacher Andres Veiel ("Black Box BRD") an. Mit seinem Dokumentarfilm "Beuys" war Veiel in diesem Frühjahr im Rennen um den Goldenen Bären der Berlinale.

Der von der Akademie im Auftrag des Landes Berlin verliehene "Große Kunstpreis" wird jedes Jahr abwechselnd in einer der sechs Sektionen der Hochschule vergeben, 2017 in der Sektion Film. Die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung wird Emin Alper am 18. März vom Regierenden Bürgermeister Michael Müller und der Akademie-Präsidentin Jeanine Meerapfel überreicht.

hm/rey (dpa/epd/kna)

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