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Nahost

Großer Andrang bei Wahl im Libanon

Bei der Parlamentswahl im Libanon muss der pro-westliche Block unter Regierungschef Siniora um seine Mehrheit fürchten. Ein Erfolg der prosyrischen Hisbollah scheint möglich. Sie wird auch vom Iran unterstützt.

Menschenmenge vor einem Wahllokal im Libanon (Foto: AP)

Viele wollen wählen, wie hier in der Stadt Zahle im Osten des Libanon

Saad Hariri, der prominenteste Kandidat des pro-westlichen Lagers nannte die Wahl bei seiner Stimmabgabe eine "Hochzeit der Demokratie". Schon früh zeichnete sich eine hohe Wahlbeteiligung ab: In einigen Städten hatten vier Stunden nach Öffnung der Wahllokale am Sonntag (07.06.2009) bereits 40 Prozent der Wähler ihre Stimme abgegeben.

Die Abstimmung verlief zunächst weitgehend friedlich. Die libanesische Zeitung "Al-Nahar" meldet allerdings, am Samstag sei eine Stange Dynamit unter dem Auto des unabhängigen Kandidaten Abdelkader al-Schami explodiert. Verletzt wurde dabei niemand.

Am Sonntag nahmen die Sicherheitskräfte nach Angaben der Nachrichten-Website "Now Lebanon" zwei Männer fest, deren Familie in einem südlibanesischen Dorf lebt. Sie sollen für Israel spioniert haben. Die schiitische Hisbollah-Bewegung, die größte Partei des pro- iranischen Lagers, hatte vor einigen Wochen einen Spionagering entdeckt, der die Bewegung im Auftrag Israel ausspionieren sollte. Seither hat die Polizei über zwei Dutzend Verdächtige festgenommen.

Gut drei Millionen Wahlberechtigte

Libanesischer Ministerpräsident Fuad Siniora (Foto: AP)

Muss um den Sieg zittern: Ministerpräsident Siniora

Beobachter schließen nicht aus, dass der pro-westliche Block unter der Führung des sunnitischen Ministerpräsidenten Fuad Siniora seine Mehrheit verliert. Die Macht übernehmen könnte dann die prosyrische Hisbollah, dank einem Bündnis mit der Freien Patriotischen Bewegung (CPL) des christlichen Exgenerals Michel Aoun. Die Hisbollah wird sowohl von Syrien als auch vom Iran unterstützt und hatte zuletzt einen erbitterten Wahlkampf gegen die Regierung geführt.

Im Libanon, der eine große Exilgemeinde hat, sind 3,2 Millionen Menschen wahlberechtigt. Briefwahl gibt es nicht. Daher waren in den vergangenen Tagen zahlreiche Exil-Libanesen, auch aus Deutschland, in die alte Heimat gereist. Um die 128 Sitze, die jeweils zur Hälfte von Muslimen und Christen besetzt werden müssen, bewerben sich insgesamt 587 Kandidaten.

Erste Ergebnisse der Abstimmung werden am Sonntagabend erwartet. Das endgültige Resultat soll am Montag bekanntgegeben werden. (gri/SC/dpa/ap)

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