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Deutschland

Große Tradition mit kleinerer Mannschaft

Bei dem insolventen Modellbahn-Hersteller Märklin sollen fast 400 Mitarbeiter entlassen werden. Zugleich wurde bekannt, dass es mehr als 100 potenzielle Käufer für das deutsche Traditionsunternehmen gibt.

Die neueste Lokomotive von Märklin, eine E41-Elektrolok vor einem Haltesignal (Foto: dpa)

Noch stehen die Signale für Märklin nicht auf grün

Nach den am Dienstag (17.03.2009) von Insolvenzverwalter Michael Pluta vorgelegten Zahlen sollen am Märklin-Stammsitz in Göppingen 166 von fast 650 Mitarbeitern ausscheiden. Für das Werk in Györ in Ungarn sind 180 Entlassungen vorgesehen - dort sind derzeit 520 Menschen tätig. Das Nürnberger Werk mit seinen 58 Angestellten wird aber komplett aufgegeben. Allerdings könne ein Drittel dieser Kollegen, so Pluta auf einer Betriebsversammlung weiter, zumindest befristet, teils sogar unbefristet in Göppingen weiterbeschäftigt werden. In Ungarn seien vor allem Leiharbeiter und Beschäftigte mit befristeten Verträgen von den Stellenkürzungen betroffen. Die deutschen Märklin-Mitarbeiter, die entlassen werden, können laut Pluta in eine Transfergesellschaft wechseln, die ihnen für mindestens sechs Monate Weiterbildungsmaßnahmen anbiete. In diesem Zeitraum würden 80 Prozent des bisherigen Netto-Gehalts bezahlt.

Märklin, Trix und LGB bleiben erhalten

Der Insolvenzverwalter von Märklin, Michael Pluta, vor einem Firmenplakat von Märklin auf der Spielwarenmesse in Nürnberg Anfang Februar (dpa)

Der Insolvenzverwalter von Märklin, Michael Pluta

Alle Marken sollen aber erhalten bleiben. Märklin und die auch zum Unternehmen gehörenden Modellbahn-Marken Trix und LGB dürfen trotz der große Krise weiterleben. Allerdings sollen alle Produktpaletten gründlich durchgeforstet werden, um unrentable Stücke auszumustern.

2008 erzielte das deutsche Traditionsunternehmen einen Umsatz von 121 Millionen Euro und machte Verluste in Höhe von 21 Millionen Euro. In diesem Jahr soll das Maßnahmenpaket von Pluta den Verlust annähernd auf null Euro drücken. Für 2010 peilt er dann schon wieder einen Gewinn von 2,5 Millionen Euro an - natürlich unter der Voraussetzung, dass sämtliche Sanierungsmaßnahmen durchgesetzt werden können.

"Verständnis für die Branche nötig"

Märklin - 1859 gegründet, seit 2004 in den roten Zahlen und seit 2006 im Besitz der Investoren Kingsbridge Capital und Goldman Sachs - hatte Anfang Februar Insolvenz angemeldet. Nach Angaben Plutas haben sich bislang rund 110 potenzielle Investoren gemeldet. "Sieben bis zwölf oder ein paar mehr sind realistische Interessenten."

Im April würden die Verkaufsverhandlungen starten. Interessenten hätten dabei einmal nachzuweisen, dass sie 100 Millionen Euro finanzieren und Vertraulichkeit garantieren könnten. Außerdem müssten Investoren ein industrielles Konzept für Märklin vorlegen und auch "Verständnis für die Branche" haben, teilte Pluta weiter mit. Und dann wörtlich: "Ich möchte es so verkaufen, dass nicht in zwei oder drei Jahren wieder ein Verwalter kommen muss." (sti/sam/dpa/ap)

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