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Welt

Große Suchaktion nach Tsunami-Opfern

Drei Wochen nach der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe in Japan haben amerikanische und japanische Soldaten mit einer großangelegten Suchaktion nach Opfern begonnen. Die Regierung in Tokio bemüht sich um Normalität.

Vom Tsunami verwüstete Küstenregion (Foto: dapd)

Vom Tsunami verwüstete Küstenregion

Insgesamt 120 Flugzeuge und Hubschrauber sowie 65 Schiffe nahmen am Freitag (01.04.2011) die Suche nach Opfern der Katastrophe auf, wie ein japanischer Armeevertreter sagte. Nach Medienberichten sind 17.000 japanische und 7000 US-Soldaten im Einsatz. Seit dem schweren Erdbeben und dem anschließenden Tsunami am 11. März haben Einsatzkräfte 11.500 Todesopfer geborgen, mindestens 16.400 weitere Menschen werden noch vermisst.

Arbeiter untersuchen Boden bei Fukushima auf Radioaktivität (Foto: AP)

Arbeiter untersuchen Boden bei Fukushima auf Radioaktivität

In der 30-Kilometer-Sicherheitszone um das havarierte Atomkraftwerk Fukushima wird nach Angaben des Verteidigungsministeriums wegen der gefährlichen radioaktiven Strahlung nicht nach Opfern gesucht. Behörden vermuten mindestens tausend Tote in der Umgebung der zerstörten Reaktoren.

Neue Kritik an Fukushima-Betreiber

Die Lage in dem Atmkomplex ist weiter hoch gefährlich. Die japanische Atomaufsichtsbehörde warf dem AKW-Betreiber Tepco vor, bei Messungen der radioaktiven Belastung des Grundwassers in Fukushima erneut fehlerhaft gearbeitet zu haben. Am Donnerstag hatte Tepco mitgeteilt, im Wasser unter dem Atomwrack sei ein 10.000-fach erhöhter Wert von radioaktivem Jod gemessen worden. Wie hoch die Belastung wirklich ist, wurde nicht bekannt.

Zudem forderte die Aufsichtsbehörde in Tokio Tepco auf, alles zu tun, um die Arbeiter in Fukushima vor radioaktiver Strahlung zu schützen. Ingesamt sind etwa 500 Arbeiter von Tepco und Subunternehmen sowie Feuerwehrleute und Soldaten daran beteiligt, die Situation in dem Kraftwerk unter Kontrolle zu bekommen. Mehrere Arbeiter mussten bereits wegen Verstrahlung ins Krankenhaus gebracht werden.

Minister ziehen Blaumänner aus

Wieder im Anzug: Ministerpräsident Kan (li) und Regierungssprecher Edano (Foto: AP)

Wieder im Anzug: Ministerpräsident Kan (li) und Regierungssprecher Edano

Die japanische Regierung versucht unterdessen nach drei Wochen Krise, Zuversicht zu verbreiten. Regierungssprecher Yukio Edano erschien nicht mehr im Overall, sondern im eleganten dunkelgrauen Anzug zu seiner täglichen Pressekonferenz. Alle Kabinettsmitglieder hatten seit dem 11. März als Zeichen der Solidarität die gleichen Schutzanzüge getragen wie die Helfer im Erdbebengebiet. Edano sagte zum Wechsel des Outfits: "Wir wollen zeigen das die Regierung nun auch in die Zukunft blickt. Deshalb haben wir diese Jacken ausgezogen."

Ministerpräsident Naoto Kan will am Samstag erstmals seit dem Erdbeben und dem Atomunfall die Krisenregion besuchen. Kan werde in die erdbebenzerstörte Stadt Rikuzentakata und in die Präfektur Fukushima reisen, das zerstörte Kraftwerk selbst aber voraussichtlich nicht besichtigen, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo.

Kan von Erfolg überzeugt

Der Premier erklärte, ein schnelles Ende der Atomkatastrophe sei nicht in Sicht: "Ich bin darauf vorbereitet, einen langanhaltenden Kampf am Atomkraftwerk Fukushima zu führen und diese Schlacht zu gewinnen." Die Lage an den Reaktor-Ruinen habe sich nicht ausreichend stabilisiert. "Aber wir wappnen uns für alle nur denkbaren Szenarien und ich bin überzeugt, dass das Kraftwerk stabilisiert werden kann", unterstrich Kan.

Ebenfalls am Samstag wird der deutsche Außenminister Guido Westerwelle Japan besuchen. Dabei will er die Solidarität Deutschland mit dem japanischen Volk zum Ausdruck bringen.

Autor: Michael Wehling (dpa/rtr/afp/dapd)
Redaktion: Gerd Winkelmann

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