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Südkorea

Großdemo gegen südkoreanische Präsidentin

Der Protest gegen Staatschefin Park Geun Hye wächst. Es ist 25 Jahre her, dass so viele Südkoreaner an Demonstrationen teilgenommen haben. Sie fordern den Rücktritt der Präsidentin.

In Südkorea sind erneut mehrere hunderttausend Menschen gegen Präsidentin Park Geun Hye auf die Straße gegangen. Während die Polizei von über 260.000 Teilnehmern sprach, gingen die Organisatoren von einer Million Demonstranten aus. An dem Protestmarsch in Seoul beteiligten sich Männer, Frauen und Kinder, die aus allen Landesteilen in die Hauptstadt gekommen waren. Die Demonstranten forderten die Staatschefin mit Plakaten und Sprechchören zum Rücktritt auf.

Die Demonstration gegen Park war eine der größten Kundgebungen in der südkoreanischen Hauptstadt seit den Demokratieprotesten in Südkorea Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre. 

Unter Druck wegen einer Korruptionsaffäre

Die Kundgebung wurde von 25.000 Polizisten überwacht, viele von ihnen in voller Schutzmontur. Die Polizei sperrte alle Straßen zum Präsidentensitz ab. Die Demonstranten, die eigentlich in einem Sternmarsch zum Blauen Haus ziehen wollten, kamen nur bis auf einen Kilometer an Parks Residenz heran.

Park steht seit Wochen wegen einer Korruptionsaffäre um eine langjährige Vertraute unter Druck. Schon vor einer Woche hatten zehntausende Demonstranten in Seoul Parks Rücktritt gefordert.

Südkorea Seoul Proteste gegen Präsidentin Park Geun-Hye (picture-alliance/dpa/Jeon Heon-Kyun)

Der Demonstrationszug hatte ursprünglich die Residenz der Präsidentin als Ziel

Die frühere Präsidentenberaterin Choi Soon Sil soll ihre Beziehungen zur Präsidentin dazu genutzt haben, um von südkoreanischen Unternehmen wie Samsung Spenden für ihre angeblich wohltätigen Stiftungen einzutreiben, aus denen sie sich dann persönlich bereichert haben soll. Darüber hinaus wird Choi vorgeworfen, Einfluss auf die Regierungsarbeit von Park genommen zu haben. Die 60-Jährige sitzt mittlerweile wegen Verdachts auf Betrug und Machtmissbrauch in Haft.

Kabinettsumbildung ohne Effekt

Die Präsidentin ist durch den Skandal zunehmend in Bedrängnis geraten. Obwohl sie sich schon mehrfach entschuldigt hat, liegen ihre Beliebtheitswerte derzeit bei nur noch fünf Prozent.

Südkorea Präsident Park Geun-hye (Picture-Alliance/dpa/E. Jones)

Präsidentin Park Geun Hye

In einem Versuch, das Vertrauen der Bürger zurückzugewinnen, bildete Park Anfang November ihr Kabinett um und tauschte Berater aus. Sie entließ unter anderem Ministerpräsident Hwang Kyo Ahn und ernannte als Nachfolger den Liberalen Kim Byong Joon. Weil die Opposition der konservativen Präsidentin aber damit drohte, die Ernennung des Regierungschefs zu blockieren, rückte Park am Dienstag davon ab.

mas/jj (afp, ap,rtr)

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