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Aktuell Nahost

Großdemo für gestürzten Machthaber Mursi geplant

Anhänger des gestürzten ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi haben für Freitag zu einer Großdemonstration in Kairo aufgerufen. Sie wollen ihn wieder im Amt sehen.

Das Militär ist in Alarmbereitschaft. Die Sicherheitskräfte befürchten Ausschreitungen, wenn morgen tausende, vielleicht zehntausende Menschen zusammenkommen. Eine Allianz aus Muslimbruderschaft und anderen islamischen Gruppen hat zu der Demonstration aufgerufen. Wie die Zeitung "Al-Ahram" berichtete, wollen die Protestierenden fordern, Mursi wieder in sein Amt als Präsident von Ägypten einzusetzen.

Während sich Mursis Anhänger nicht mit seinem Sturz abfinden wollen, ist Übergangsministerpräsident Hasem al-Beblawi dabei, eine neue Regierung zu bilden. Er rechnet damit, dass sie Anfang kommender Woche steht. Mit verschiedenen Kandidaten werde er noch sprechen, sagte Beblawi. Auch Mitgliedern der Muslimbruderschaft hat er Ministerposten angeboten. Die erklärten aber, sie wollten nichts mit einer Regierung zu tun haben, die durch einen Putsch an die Macht gekommen sei. Beblawi will die Pläne des Militärs umsetzen, in rund sechs Monaten Parlamentswahlen durchzuführen. Auch Übergangspräsident Adli Mansur beteiligt sich an den Vorbereitungen für Neuwahlen. Er hatte einen Fahrplan für Verfassungsänderungen vorgelegt. Den lehnten die Muslimbrüder ebenfalls ab.

Muslimbrüder in Haft

Die ägyptische Staatsanwaltschaft hatte gestern Haftbefehle gegen den Führer der Muslimbruderschaft, Mohammed Badia, und neun weitere Spitzenfunktionäre erlassen. Sie sollen zur Gewalt aufgehetzt haben im Zusammenhang mit den jüngsten Zusammenstößen, bei denen 50 Menschen ums Leben gekommen waren. Die meisten Opfer waren Mursi-Anhänger. Sicherheitskräfte hatten sie erschossen. Bei dem Vorfall hatten Anhänger der Muslimbruderschaft das Hauptquartier der Republikanischen Garde im Osten Kairos angegriffen. Dort soll das Militär angeblich Ex-Präsident Mohammed Mursi festhalten. Ob er tatsächlich dort ist, weiß niemand genau.

USA liefern weiter Kampfjets

Die Festnahmen mehrere führender Muslimbrüder hat zu Mutmaßungen, Gerüchten, Spekulationen und Verschwörungstheorien geführt. Die Lage wird immer unübersichtlicher. Auch die USA halten sich zurück mit Bewertungen der Geschehnisse in Ägypten. War es ein Putsch oder doch nicht? Vorerst ziehen sie keine Konsequenzen. Die ägyptische Luftwaffe kann weiterhin mit US-Kampfflugzeugen vom Typ F-16 rechnen. Es gebe keine Änderung in den Auslieferungsplänen, verlautete aus dem Weißen Haus. Vier Maschinen sollen im August nach Ägypten geliefert werden, acht weitere Jets kommen im Dezember.

Die USA unterstützen die ägyptischen Armee jedes Jahr mit über einer Milliarde US-Dollar. Dafür kauft das Militär moderne Waffen.

cd/mm (dpa, rts, afp)

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