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Politik

Großbritannien will Truppenstärke im Irak halbieren

Großbritannien will seine Truppenstärke im Irak binnen weniger Monate halbieren. Der britische Premierminister Gordon Brown verschärft damit seinen vor wenigen Tagen eingeschlagenen Kurs drastisch.

Britische Truppen bei Basra (Archivbild, AP)

Überraschender Abzug

Vom Frühjahr an werde die Truppenstärke im Irak nur noch 2500 Mann betragen, kündigte Brown am Montag (8.10.2007) vor dem Unterhaus in London an. Danach werde über weitere Reduzierungen entschieden. Großbritannien hat derzeit rund 5000 Soldaten im Irak stationiert, vor allem in der Nähe der Stadt Basra.

Gordon Brown erläutert seine Abzugsstrategie (AP)

Truppenabzug, um den Wählern zu gefallen, oder Teil einer militärischen Strategie?

Kampfeinsatz beendet

Die Pläne zur Truppenreduzierung seien mit der Regierung in Bagdad besprochen, erklärte Brown. Binnen zwei Monaten sollten irakische Soldaten die Kontrolle über die Sicherheit in der südlichen Provinz Basra übernehmen. Damit sei der Kampfeinsatz der Briten im Irak beendet. Rund 500 Mann sollten außerhalb des Iraks verlegt werden, um die verbleibenden Truppen unter anderem mit Logistik zu unterstützen, sagte Brown weiter. Sie würden vermutlich in Kuwait stationiert, verlautete in London.

Großbritannien werde die Provinz Basra in zwei Phasen an irakische Sicherheitskräfte übergeben und seine Pflichten gegenüber der internationalen Gemeinschaft und der Bevölkerung im Irak erfüllen, sagte Brown. In einem ersten Schritt würden die Truppen in den kommenden zwei Monaten auf 4500 und dann auf 4000 reduziert. In einer zweiten Phase im Frühjahr solle die Truppenstärke dann auf 2500 verringert werden.

Vorwürfe gegen den Iran

Dem Iran warf Brown erneut vor, Aufständische im Irak mit Waffen zu versorgen. Die Regierung in Teheran unterstütze die Gewalt und den Terrorismus, sagte er. Im Atomstreit mit dem Iran wollte der Regierungschef auch gewaltsame Maßnahmen nicht ausschließen. Es sei durchaus möglich, den Iran mit diplomatischen Mitteln und wenn nötig mit Sanktionen dazu zu bringen, seinen internationalen Verpflichtungen nachzukommen. Aber "ich schließe nichts aus", sagte Brown.

Selbstmordanschlag in Didschla

Britische Soldaten im Irak (AP)

Der Irakeinsatz ist gefährlich und wenig erfolgreich

In der irakischen Stadt Didschla, 130 Kilometer nördlich von Bagdad, steuerte ein Selbstmordattentäter einen Lkw in eine Polizeiwache, dabei kamen neun Menschen ums Leben. 26 weitere, die meisten von ihnen Zivilpersonen, erlitten nach Polizeiangaben Verletzungen. Bei einem Autobombenanschlag auf einem Markt nahe der Bagdader Universität wurden fünf Zivilpersonen getötet und 15 verletzt. Im Bagdader Stadtteil Sadr City erschossen US-Soldaten fünf mutmaßliche schiitische Extremisten, drei weitere wurden festgenommen. (vem)

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