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Politik

Großbritannien will Emissionen senken

Mit einem besonders ehrgeizigen Gesetz zur Reduzierung von Schadstoffen soll Großbritannien zum Weltmeister in Sachen Klimaschutz werden. Das Gesetz geht teilweise weit über die Vorgaben des EU-Klimagipfels hinaus.

Tony Blair an Küste. Im Hintergrund Windkraftanlagen im Meer (Quelle: AP)

Der britische Premier Blair: Weniger Kohlendioxid ist "höchste Priorität"

Großbritannien hat als weltweit erstes Land einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der verbindliche Klimaschutzziele für die Zeit nach Ablauf des Kyoto-Protokolls 2012 vorsieht. Demnach will die britische Regierung den Kohlendioxid-Ausstoß bis 2020 um 26 bis 32 Prozent und bis 2050 um 60 Prozent senken. Um diese Ziele zu erreichen, gibt der am Dienstag (13.3.2007) vorgelegte Entwurf kurzfristigere Vorgaben über jeweils fünf Jahre vor. Eine neue unabhängige Behörde soll die Fortschritte jährlich überprüfen. Der Gesetzesentwurf soll im kommenden Jahr umgesetzt werden, soll zuvor aber noch diskutiert und muss schließlich vom Parlament verabschiedet werden.

Schatzkanzler Gordon Brown kündigte am Montag an, die britische Regierung werde Glühbirnen zu einem Auslaufmodell machen. Zudem werde man die Wärmedämmung von Häusern fördern und sich in der Europäischen Union (EU) dafür einsetzen, dass Stromfresser wie etwa Stand-by-Schalter verboten würden.

Blair: "Klimagipfel ein Durchbruch"

Combo: Glühbirne neben Energiesparlampe (Quelle: AP)

Auch in Großbritannien sollen Glühbirnen bald ein Auslaufmodell sein

Die Staats- und Regierungschefs der EU hatten sich unter Führung von Ratspräsidentin Angela Merkel am Freitag in Brüssel auf eine Kürzung des Treibhausgas-Ausstoßes sowie auf den Ausbau der Ökoenergie verständigt. Der EU-Gipfel beschloss damit weltweit erstmals verbindliche Vorgaben für die Zeit nach Auslaufen des Klimaschutzabkommens von Kyoto 2012: Der Kohlendioxid-Ausstoß der Gemeinschaft soll bis 2020 um mindestens ein Fünftel gegenüber 1990 gesenkt werden.

Der britische Premierminister Tony Blair würdigte die Ergebnisse des EU-Klimagipfels als historischen Durchbruch. Sie seien die bedeutendste Klimaschutz-Übereinkunft seit dem Kyoto-Protokoll von 1997, schrieb Blair in einem Beitrag für das "Handelsblatt" (Dienstagausgabe). Die EU sei nun auf dem richtigen Weg, der erste kohlenstoffarme Wirtschaftsraum der Welt zu werden.

Europa als Vorreiter

Die EU habe damit den Grundstein für ein umfassenderes internationales Rahmenwerk gelegt, das auch China, Indien und die USA einbezieht. Ein solches Übereinkommen zu erzielen, habe für den Rest des Jahres und auch für ihn persönlich oberste Priorität. Die Aufgabe bestehe darin, ein weltweites Ziel für die Stabilisierung des Klimas zu setzen. Über den Emissionshandel müsse ein Preis für CO2 bestimmt werden. Zudem müssten Investitionen in saubere Technologien und Anpassungshilfen für ärmere Länder vorangebracht werden. (rri)

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