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Europa

Großbritannien rüstet zum Anti-Terrorkampf

Großbritannien rüstet sich nach den versuchten Anschlägen in London und Glasgow für einen langen und umfassenden Kampf gegen den Terrorismus. Bisher wurden vier Verdächtige festgenommen.

Polizisten am Picadilly Circus

Wie hier am Picadilly Circus wurde die Polizeipräsenz im ganzen Land verstärkt

"Wir haben es mit einer langfristigen Gefährdung zu tun, die nicht in den nächsten Wochen oder Monaten verschwinden wird", sagte der neue britische Premierminister Gordon Brown am Sonntag. Es sei klar, dass Großbritannien mit Leuten konfrontiert sei, die Verbindungen zum Terrornetzwerk El Kaida hätten.

Mit den Autobomben im Zentrum Londons und dem Anschlag auf den schottischen Flughafen wollten die Terroristen nach Browns Worten möglichst viele Menschen töten und erhebliche Zerstörung anrichten. "Wir müssen dagegen auf vielfältige Weise ankämpfen - militärisch, durch Sicherheitsmaßnahmen, mit der Polizei und dem Geheimdienst, aber auch, indem wir einen Kampf um die Köpfe und Herzen führen", sagte Brown, der am vergangenen Mittwoch (27.6.) das Regierungsamt von Tony Blair übernommen hat.

Brown betonte, nur ein sehr kleiner Teil der Muslime sei extremistisch. Die britische Bevölkerung dürfte nicht nachgeben. "Wir beugen uns nicht, wir lassen uns nicht einschüchtern, und wir erlauben es niemandem, die britische Lebensweise zu untergraben."

"Klare Verbindung" zwischen den Anschlägen

Die Regierung hatte am Samstag die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen. Das bedeutet, dass jederzeit mit unmittelbar bevorstehenden Terrorakten zu rechnen ist. Das Notfallkabinett kam am Sonntag erneut zusammen. Browns Anti-Terror-Berater und der ehemalige Scotland-Yard-Chef Lord Stevens schrieb in der Zeitung "News of the World", die versuchten Anschläge zeigten, dass der Einfluss von islamistischen Terroristen und El Kaida gewachsen sei.

Passagiere am Flughafen Glasgow

Am Glasgower Flughafen normalisiert sich die Lage nur langsam

Die Polizei durchsuchte unterdessen am Sonntag unweit des Flughafens Glasgow mehrere Häuser. In mehreren Orten in Schottland und England wurden Razzien durchgeführt. In der Nacht waren zwei weitere Menschen auf der Autobahn in Cheshire im Nordwesten Englands festgenommen worden. Auch in Liverpool gab es eine Festnahme. Zwischen der Tat in Glasgow und den entschärften Autobomben aus Gasflaschen, Benzin und Nägeln im Zentrum Londons bestehe eine "klare" Verbindung, teilte die Polizei mit.

Polizei unter besonderem Druck

Am Samstag war ein Auto am Haupteingang des Terminals in Glasgow explodiert. Der Jeep war vermutlich mit Gasflaschen beladen. Es sei ein Massenmord geplant gewesen, berichtete die BBC. Wie durch ein Wunder wurden neben dem Attentäter nur fünf Menschen leicht verletzt. Die beiden Männer in dem Auto wurden festgenommen, einer schwebte wegen seiner Brandwunden in Lebensgefahr. Die Polizei löste am Sonntag Abend auf einem Krankenhausparkplatz in Glasgow eine kontrollierte Sprengung eines verdächtigen Fahrzeugs aus. Sprengstoff wurde nicht gefunden.

Der gesperrte Flughafen Glasgow nahm eingeschränkt wieder den Betrieb auf. Der Airport in Liverpool wurde nach mehreren Stunden wieder ganz geöffnet. Passagiere mussten aber mit massiven Behinderungen rechnen. Das gilt nach Angaben des Flughafenbetreibers BAA auch für die großen Flughäfen Heathrow, Gatwick und Stansted in London. Auch an britischen Bahnhöfen wurden weitere Sicherheitsvorkehrungen getroffen.

Die Polizei in London steht unter besonderem Druck, da am Sonntag unter anderem ein Gedenkkonzert für Prinzessin Diana im Wembley-Stadium anstand, bei dem bis zu 70.000 Menschen erwartet wurden. Mehr als 400 Polizisten sollten dort im Einsatz sein. Es steht auch der zweite Jahrestag der verheerenden Anschläge auf die Londoner U-Bahn und einen Bus vom 7. Juli 2005 vor der Tür. Damals hatten vier Selbstmordattentäter 52 Menschen mit in den Tod gerissen. (wga)

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