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Aktuell Nahost

Großangriff des IS nahe der irakischen Stadt Tikrit

Die USA planen im Kampf gegen die IS-Terrormiliz Angriffe auf deren Hochburgen. Die Dschihadisten holen zum Gegenschlag aus. Sie starteten einen Angriff auf von irakischen Truppen kontrollierte Gebiete.

IS-Kämpfer im syrischen Rakka (Archivbild: Reuters)

IS-Kämpfer (Archivbild)

Die Extremisten seien aus mehreren Richtungen auf die Stadt Tikrit vorgerückt, teilten irakische Sicherheitskreise mit. Demnach brachten Kämpfer der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) einen Teil der strategisch wichtigen Hauptverbindungsstraße zwischen Tikrit und der Erdölstadt Kirkuk im Norden unter ihre Kontrolle. Bei heftigen Kämpfen zwischen Regierungsanhängern und Terroristen habe es auf beiden Seiten Tote gegeben, hieß es. Nahe dem Ort Tall Kasiba habe ein IS-Selbstmordattentäter mindestens zwei Soldaten mit in den Tod gerissen.

Die Streitkräfte hätten Verstärkung geschickt, um die Regierungsanhänger bei den Kämpfen östlich von Tikrit zu unterstützen. Armee und schiitische Milizen hatten die Stadt rund 170 Kilometer nördlich von Bagdad im März von der IS-Terrormiliz zurückerobert. Es war eine der schwersten Niederlagen für die Extremisten im Irak.

USA wollen IS-Kontrolle über Rakka und Mossul brechen

Die französische Luftwaffe bombardierte ein Telekommunikationszentrum im Nordirak, das sich unter IS-Kontrolle befindet. Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian sprach im Fernsehsender BFMTV von einem "IS- Propagandazentrum" bei Mossul.

Der IS habe im Irak an Boden verloren, sagte Le Drian mit Blick auf den Verlust der Städte Sindschar und Ramadi. Trotzdem sei "Vorsicht" geboten. Die Rückeroberung von Mossul werde "sehr viel schwieriger" sein und die kurdischen und irakischen Streitkräfte müssten speziell darauf vorbereitet werden.

Rakka im Osten Syriens und Mossul im Nordirak gelten derzeit als die großen Hochburgen des IS. US-Verteidigungsminister Ashton Carter hatte große Angriffe auf die beiden Städte angekündigt. "Wir beginnen damit, die Kontrolle des IS über diese beiden Städte zu Fall zu bringen und dann Eliminierungsoperationen in anderen IS-Gebieten in Syrien und im Irak durchzuführen", sagte Carter in Fort Campbell vor Soldaten einer Eliteeinheit.

Die Rückeroberung Mossuls werde schwierig, räumte Carter ein, zumal mit heftiger Gegenwehr des IS zu rechnen sei und die irakische Armee weit entfernt von Bagdad mit logistischen Problemen zu kämpfen habe. Im Kampf um Rakka sollten örtliche Kampfeinheiten aus der Luft unterstützt werden.

Treffen in Paris

Die Verteidigungsminister von sieben Ländern, darunter neben den USA auch Deutschland, Frankreich und Großbritannien, kommen am Mittwoch kommender Woche in Paris zusammen. Sie wollen darüber beraten, wie der Kampf gegen die radikal-islamische IS-Miliz verstärkt werden kann.

Seit dem Beginn der Angriffe der US-geführten Militärkoalition im August 2014 hat der IS laut Schätzungen des Pentagon 40 Prozent seines Territoriums im Irak und zehn Prozent in Syrien verloren. Die Extremisten kontrollieren aber immer noch große Gebiete in beiden Ländern. Frankreich beteiligt sich an den Luftangriffen der USA auf IS-Stellungen im Irak. Seit den Anschlägen von Paris hat das Land seine Einsätze auch in Syrien deutlich erhöht und fliegt etwa ein Fünftel der Angriffe der Koalition auf den IS.

qu/se (dpa, rtr, afp)