1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Europa

Großalarm: Verheerendes Feuer bei Kiew

Schwere Explosion in einem Treibstofflager: Die Ukraine kämpft gegen einen gewaltigen Brandherd nahe der Hauptstadt. Auch eine Militärbasis ist bedroht.

Innenminister Arsen Awakow spricht von einem "gigantischen Feuer". An den Ort der Katastrophe wurden Rettungskräfte aus mehreren Regionen beordert und dann auch Soldaten der Nationalgarde. Sie kämpfen seit Stunden gegen einen Großbrand, ausgelöst in der Nacht zum Dienstag durch eine Explosion in einem Treibstofflager in Wassylkiw, etwa 30 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Kiew.

Das Feuer griff auf andere Reservoirs über, zudem auf ein Waldgebiet und bedrohte benachbarte Wohnbezirke. Weitere Explosionen könnten nicht ausgeschlossen werden, kommentierte Zivilschutzchef Nikolai Tschetschotkin.

Eine kilometerhohe Rauchsäule über der Landschaft nahe Kiew (foto: reuters)

Eine kilometerhohe dichte Rauchsäule über der Landschaft nahe Kiew

Die Behörden begannen mit der Evakuierung von Wohnhäusern. Im Umkreis von zehn Kilometern sollten sich Menschen darauf vorbereiten, möglicherweise ihre Häuser zu verlassen. Gesichert werden müssen auch Treibstofftanks des Tankstellenbetreibers KLO und das Gasleitungsnetz.

Kampfjets und Waffenlager in Gefahr

Besondere Sorge bereitet den Einsatzkräften ein nahegelegener Luftwaffenstützpunkt und ein Munitionslager. Das Verteidigungsministerium teilte mit, dass Notfallmaßnahmen ergriffen worden seien, um ein Übergreifen auf dort stationierte MiG-29-Kampfjets zu verhindern. Der Sekretär des Nationalen Sicherheitsrats, Alexander Turtschinow, und Verteidigungsminister Stepan Poltorak eilten an den Krisenort.

Mussten sich zunächst vor dem Flammenmeer zurückziehen: Feuerwehrleute in Wassylkiw (foto: Getty Images)

Mussten sich zunächst vor dem Flammenmeer zurückziehen: Feuerwehrleute in Wassylkiw

Im Internet kursierende Videos vermittelten einen Eindruck von der Wucht der Explosion und der Hitze des Feuers. Mehrere Löschfahrzeuge und Rettungswagen standen in Flammen. "Alle weg hier", schreit ein Brandbekämpfer in einem Filmausschnitt.

Innenminister Awakow berichtete, dass sich 30 Feuerwehrleute "im Epizentrum der Explosion" aufgehalten hätten. Die meisten von ihnen seien wohlbehalten herausgekommen. Aber zu drei von ihnen gebe es bislang keinen Kontakt. Laut amtlichen Angaben kam mindestens ein Mensch ums Leben, 14 weitere mussten mit Verletzungen in Krankenhäuser gebracht werden. Die Brandursache blieb zunächst unklar.

SC/wl (afp, dpa)