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Kultur

Groß! International! Berlin!

Es herrscht wirklich kein Mangel an Literaturfestivals in Deutschland. Deshalb will das 9. Internationale Literaturfestival Berlin mit Größe und Internationalität punkten: Mehr als 200 Autoren kommen in die Hauptstadt.

Logo des ILB (Foto: ILB)

Natürlich kommen auch deutsche Autoren, aber sie machen höchstens ein Drittel der Teilnehmer des Internationalen Literaturfestivals Berlin (ILB) aus. Die anderen Schriftsteller reisen aus allen Teilen der Welt an – in Sachen Internationalität kann man dem ILB nicht viel vormachen. Außerdem ist es ein dezidiert politisches Festival, wie der Leiter Ulrich Schreiber betont. Es gehe während des gesamten Festivals vom 9. bis zum 20. September vor allem um Einblicke und Diskussionen.

Arabische Literatur entdecken

Hand greift nach Buch einer arabischen Enzyklopädie im Regal (Foto: dpa)

Arabische Literatur ist mehr als arabische Enzyklopädien

Die internationale und politische Ausrichtung des ILB zeigt sich geballt im Schwerpunktthema "Arabische Welt". Die Organisatoren haben damit einen Kulturraum ausgewählt, über den politisch viel und heiß diskutiert wird, der aber in Deutschland eher unbekannt ist. Zur arabischen Literatur gibt es 38 Veranstaltungen. Unter anderem liest der Ägypter Youssef Ziedan, der in diesem Jahr den "International Prize for Arab Fiction" gewonnen hat. In seinem ausgezeichneten Roman "Azazil" setzt er sich mit der Gewalt und Intoleranz der jungen christlichen Kirche im 5. Jahrhundert auseinander.

Bei der Diskussion "Was kommt rüber?" beschäftigt man sich mit der Rezeption der arabischen Literatur in Deutschland. Die Frage ist berechtigt, denn viele der eingeladenen 40 arabischen Autoren sind nur den Fachleuten bekannt. Zahlreiche Werke, aus denen gelesen wird, liegen auch nicht übersetzt vor – selbst wenn sie in der Heimat der Autoren große Erfolge sind, wie Festivalleiter Schreiber anmerkt. Er glaubt, dass das Berliner Festival deshalb einmal "ein Markstein in der Kommunikation mit der arabischen Welt" werden kann.

Nabelschau des Literaturbetriebs

Die Welt der Literatur beschäftigt sich auf dem ILB auch ausführlich mit sich selbst. Zum Beispiel in der Veranstaltung "Wer entscheidet, was wir lesen?" aus der Programmsparte "Reflections". Die Literaturkritikerin Sigrid Löffler diskutiert mit der schwedischen Autorin Kristina Lugn, die auch Mitglied des Nobelkomitees ist, und dem katalanischen Autoren Enrique Vila-Matas über die Rolle von Literaturpreisen.

Der Hamburger Schriftsteller Siegfried Lenz (Foto: dpa)

Der Hamburger Schriftsteller Siegfried Lenz ist bei der ILB auch mit dabei

Und ein so großes Festival wie das ILB würde natürlich nicht funktionieren, wenn es nur unentdeckte oder unbekannte Talente im Programm hätte. Auch Literaturfestivals kommen nicht ohne Stars aus. Das ILB bringt Nobelpreisträgerin Nadine Gordimer auf die Bühne, auch der irische Bestsellerautor Colum McCann und der Brite Hanif Kureishi kommen. An deutscher Literatur-Prominenz stehen Wolf Biermann, Judith Hermann, Alice Schwarzer und Siegfried Lenz auf dem Programm.

Wettdichten mit Applausometer

Aufregend und amüsant verspricht der Abend der "Internationalen Slam!Revue" zu werden. Ein literarischer Schaukampf, bei dem sich zwölf Spoken-Word-Poeten dem Publikum stellen. Der Beste unter ihnen wird durch den Applaus des Publikums ausgemacht. Ein Wettbewerb unter Meistern des Rap, Geschichtenerzählens, experimenteller Performance und Comedy.

Autor: Heiner Kiesel

Redaktion: Marlis Schaum

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