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Filme

Grimme-Preis: Längst nicht alles Böhmermann

Bei der Verleihung der wichtigsten deutschen Fernsehpreise wird Jan Böhmermann für seine Stinkefinger-Satire ausgezeichnet. Außerdem werden ein Beitrag über Waffenhandel und TV-Serien zur deutsche Geschichte prämiert.

Für Jan Böhmermann sollte es ein schöner Abend im westfälischen Marl werden - der Satiriker sollte den Grimme-Preis entgegennehmen. Wäre da nicht das von ihm in seiner ZDF-Sendung "Neo Magazin Royale" vorgetragene Schmähgedicht über den türkischen Präsidenten Erdoğan, das ihm Ärger mit der Justiz einbrachte. Er und sein Team baten "um Verständnis, dass sie nicht zur Preisverleihung erscheinen" werden.

Ein Sprecher des Grimme-Instituts sagte zur Absage des Fernsehmoderators: "Das ist sehr, sehr schade. Aber wir müssen das zur Kenntnis nehmen und den Preis in Abwesenheit übergeben. Böhmermann will den Preis zwar nicht persönlich annehmen, er verzichtet aber auch nicht darauf. "Er hat im Prinzip die Öffentlichkeit abgelehnt, nicht den Preis."

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Die Auszeichnung bekommt der Fernsehmoderator für seine Satire über den ausgestreckten Mittelfinger des griechischen Ex-Finanzministers Yanis Varoufakis. Mit dieser Satire habe Böhmermann die Inszenierungsmechanismen der Boulevardindustrie entlarvt, so die Grimme-Preis-Jury anerkennend bei der Bekanntgabe der Preisträger am 9. März.

TV-Serien rund um die deutsch-deutsche Geschichte

Insgesamt werden 15 Preise vergeben, überwiegend an Produktionen der öffentlich-rechtlichen Sender. Aber auch einige Formate der Privatsender sind dabei. Ausgezeichnet werden die Serien "Deutschland 83", "Weinberg" und "Weissensee". In "Deutschland 83" geht es um einen DDR-Grenzsoldaten, der als Spion in die Bundeswehr eingeschleust wird. "Weinberg" ist eine Mysterie-Serie, Weissensee erzählt das Schicksal zweier Ost-Berliner Familien in den Jahren 1980 bis 1990.

Der Preis für "besondere journalistische Leistung" geht an den Beitrag "Tödliche Exporte" (SWR) über illegalen Waffenhandel. Die Jury lobte die "außergewöhnliche investigative Recherche" zum Thema.

Erstmals Preise für Kinder- und Jugendproduktionen

In der neuen Kategorie "Kinder und Jugend" vergibt die Jury zwei Preise. Neben der VOX-Serie "Club der roten Bänder" wird die KIKA-Mitmach-Sendung "Ene Mene Bu" geehrt. Daran mitgewirkt haben auch zwei freie Mitarbeiter der DW, Ute Hilgefort und Yasser Berenjkoub. Der TV-Beitrag war im Dezember 2015 vom Kinderkanal (KIKA) ausgestrahlt worden. Hilgefort wird für Buch und Regie geehrt, Berenjkoub für den Schnitt. Ene Mene Bu "sei auf allen Ebenen gelungenes Kinderfernsehen zur ästhetischen Bildung, das konsequent und zielgruppenspezifisch Kinder und ihre kreative Handlung in den Mittelpunkt stellt", heißt es in der Begründung der Grimme-Preis-Jury.

Der Grimme-Preis, eine Skulptur

Ein begehrter Preis

Der undotierte Grimme-Preis wir in diesem Jahr zum 52. Mal vergeben. Er wurde nach dem ersten Generaldirektor des Nordwestdeutschen Rundfunks, Adolf Grimme (1889–1963), benannt und würdigt Fernsehsendungen, die für die Programmpraxis vorbildlich und modellhaft sind. Die TV-Auszeichnung wird in den Kategorien Fiktion, Unterhaltung, Information und Kultur"sowie in diesem Jahr in der Kategorie Kinder und Jugend verliehen. Auch diesmal wird erst bei der Verleihung bekanntgegeben, wer die "Besondere Ehrung" erhält. Neben dem Grimme-Preis vergibt das Institut auch den Grimme Online Award und den Deutschen Radiopreis.

kk/suc (epd, dpa, kna)



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