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Aktuell Deutschland

Grimme-Gala als Heimspiel des Qualitätsfernsehens

Elf der zwölf diesjährigen Grimme-Preise gingen an öffentlich-rechtliche Sender. Für etwas Glamour in der Ruhrgebietsstadt Marl sorgten die Schauspieler Peter Simonischeck, Iris Berben und Axel Milberg.

In Marl, der Kleinstadt im Norden des Ruhrgebiets, sind die diesjährigen Grimme-Preise für Filmemacher und Schauspieler vergeben worden. Bei der festlichen Gala im Stadttheater erhielten insgesamt 46 Preisträger die begehrte Trophäe. Elf der zwölf Preise gingen an das öffentlich-rechtliche Fernsehen. Nur der Privatsender Tele5 konnte die Jury einmal überzeugen. Mit den Grimme-Preisen, die in diesem Jahr zum 48. Mal vergeben wurden, werden Fernsehbeiträge und -leistungen ausgezeichnet, die in besonderer Weise "als Vorbild für die Fernsehpraxis" dienen.

Für den meisten Glanz und etwas Blitzlichtgewitter sorgten diesmal die Schauspieler Peter Simonischeck, Iris Berben, Nina Kunzendorf und Axel Milberg. Sie bekamen den Grimme-Preis für das ZDF-Beziehungsdrama "Liebesjahre". Das Kammerspiel erzählt die Geschichte eines geschiedenen Ehepaares, das sich trifft, um sein früheres gemeinsames Haus zu verkaufen. In Anwesenheit der neuen Partner begeben sich die beiden auf eine Reise in die gemeinsame Vergangenheit. Ausgezeichnet wurden auch Regisseur Matti Geschonneck und Autor Magnus Vattrodt.

Spezialpreis für "Dreileben"

Das von den drei Regisseuren Christian Petzold, Dominik Graf und Christoph Hochhäusler für die ARD entwickelte Projekt "Dreileben" erhielt einen Spezialpreis. Die drei 90 Minuten langen Filme, die alle in einer thüringischen Kleinstadt spielen, in der ein flüchtiger Gewaltverbrecher gesucht wird.

In der Kategorie Fiktion bekam auch der Film "Homevideo" (ARD/NDR/BR/ARTE) einen Preis. Der Film setzt sich mit den tödlichen Folgen von Mobbing im Internet auseinander. Zu den ausgezeichneten Fernsehfilmen gehörten ferner "Ein guter Sommer" (ARD/HR) sowie der ZDF-Film "Die Hebamme - Auf Leben und Tod".

Von Privaten nur Tele 5 unter Preisträgern

Der Schauspieler Bjarne Mädel hält am 23.03.2012 in Marl bei der Verleihung des 48. Grimme-Preises seinen Preis in der Kategorie Unterhaltung (Foto: dapd

"Der Tatortreiniger" Bjarne Mädel bat TV-Sender um mehr Mut und Vertrauen

In der Kategorie Information & Kultur wurden die ARD-Produktionen "Geschlossene Gesellschaft" (über den sexuellen Missbrauch an der Odenwald-Schule) und "Alarm am Hauptbahnhof - Auf den Straßen von Stuttgart 21" ausgezeichnet. Zudem erhielt Rosa von Praunheim einen Grimme-Preis für seinen Film "Wir Jungs vom Bahnhof Zoo" (RBB/NDR) über die Berliner Stricherszene. Weitere Preise gingen an die ZDF-Dokumentationen "The other Chelsea" über das Alltagsleben der Menschen im ukrainischen Donezk und "Mein Leben - Die Fotografin Sybille Bergemann" (ZDF/ARTE).

Der einzige Preis für einen Privatsender ging in der Kategorie Unterhaltung an Tele 5 für die Comedy-Sendung "Walulis sieht fern", die von Philip Walulis ursprünglich in den Aus- und Fortbildungskanälen in München entwickelt wurde. Eine weitere Auszeichnung erhielt die NDR-Serie "Der Tatortreiniger", in der Bjarne Mädel einen Mann spielt, der nach Morden die Tatorte säubert. Mädel appellierte an die Sender, mehr Mut zu neuen Projekten und neuen Ideen zu haben, und Regisseure, Autoren und Schauspieler viel öfter erst einmal "machen zu lassen".

Sonderpreis für Hannelore Hoger

Schauspielerin Hannelore Hoger präsentiert am 23.03.2012 in Marl ihren Grimme-Sonderpreis (Foto: dapd)

Sonderpreis für Schauspielerin Hannelore Hoger

Die Schauspielerin Hannelore Hoger (einem breiten Publikum vor allem bekannt als TV-Kommissarin "Bella Block") bekam den Grimme-Sonderpreis. Die 69-Jährige habe das deutsche Fernsehen in ganz unterschiedlichen Rollen mit einer beeindruckenden Bandbreite an Figuren und Interpretationen bereichert, begründete der Deutsche Volkshochschul-Verband als Stifter der Grimme-Preise die "Besondere Ehrung" für Hoger.

Der Grimme-Preis wird seit 1964 an qualitativ herausragende Fernsehproduktionen vergeben. Eine Jury aus Fernsehkritikern, Publizisten, Medienvertretern und Bildungsexperten entscheidet über die Preisträger. Adolf Grimme (1889-1963) war von 1948 bis 1956 Generaldirektor des damaligen Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR). Die vom Deutschen Volkshochschulverband gestiftete Auszeichnung wird jährlich in Marl verliehen. Dort befindet sich der Sitz des Adolf-Grimme-Institutes.

sti/SC (dpa, dapd, epd)