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Aktuell Europa

Griechischer Ex-Minister muss ins Gefängnis

Der griechische Ex-Verteidigungsminister Tsochatzopoulos ist wegen Steuerhinterziehung zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Zudem erwartet ihn noch ein Prozess: Wegen Korruption und Geldwäsche.

Nach knapp einem Jahr in Untersuchungshaft hat ein Athener Gericht den ehemaligen Verteidigungsminister Akis Tsochatzopoulos der Steuerhinterziehung schuldig gesprochen. Dem früheren Minister der sozialistischen Pasok-Partei wird vorgeworfen, zusammen mit Verwandten und Mitarbeitern mehrere Millionen Euro Bestechungsgeld kassiert haben, als Griechenland Abwehrraketen aus Russland und U-Boote aus Deutschland kaufte. Das Gericht befand ihn nun für schuldig, Einkünfte zwischen 2006 und 2009 verschleiert zu haben.

Luxus-Haus beschlagnahmt

Tsochatzopoulos bestreitet die Vorwürfe zwar. Doch der 73-Jährige muss im Gefängnis bleiben, bis das Berufungsverfahren beginnt. Das Gericht ordnete außerdem an, dass sein Haus mit Akropolis-Blick in der Athener Innenstadt beschlagnahmt wird, das er dem Fiskus verschwiegen haben soll. Außerdem verurteilte es Tsochatzopoulos zu einer Geldstrafe von gut einer halben Millionen Euro.

Tsochatzopoulos muss sich später im Jahr noch wegen Korruption und Geldwäsche verantworten. Seine Frau und seine Tochter sitzen wegen Geldwäsche bereits in Untersuchungshaft. Tsochatzopoulos war von 1996 bis 2001 Verteidigungsminister und von 2001 bis 2004 Entwicklungsminister in Griechenland.

Erfolg gegen Schuldenkrise

In Griechenland wird wegen der Schuldenkrise verstärkt gegen hochrangige Politiker ermittelt. Erst vergangene Woche war der frühere Bürgermeister von Thessaloniki wegen Veruntreuung zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er hatte 17 Millionen Euro beiseite geschafft.

Unterdessen meldet die griechische Notenbank einen Erfolg im Kampf gegen die Schuldenkrise: Seit Juni hätten griechische Sparer etwa 17 Milliarden Euro auf ihre Konten eingezahlt, verkündete Notenbankchef Giorgos Provopoulos im Fernsehen. Seit Beginn der Schuldenkrise 2009 haben die Griechen 87,5 Milliarden Euro abgehoben und ausgegeben, ins Ausland geschafft oder daheim gebunkert. Das Vertrauen der Sparer in ihren Staat wächst offenbar wieder.

det/sc (afp, ap, dpa)

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