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Kultur

Griechisch für Daheimgebliebene

Niemand erwartet, dass Athleten, Funktionäre und Zuschauer die Sprache des Olympia-Gastlandes beherrschen. Aber ein bisschen Griechisch kann jeder. Wetten?

Olympia Athen 2004 Impressionen

ERSTE LEKTION

Akropolis

Die Akropolis ("Hochstadt") bildete das religiöse Zentrum des antiken Athens. Sie war ursprünglich eine Burg der Könige und ein Sitz von Heiligtümern, diente später aber nur noch als Tempelburg. Die auf einem Kalksteinplateau oberhalb der griechischen Hauptstadt angelegten Bauwerke sind heute ein Monument der abendländischen Kultur und eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Welt. Die wichtigsten Gebäude der Akropolis stammen aus dem fünften Jahrhundert v. Chr. Dazu gehören der Parthenon-Tempel der Göttin Athena, das Erechtheion (benannt nach dem legendären König Erechtheus), die Propyläen und der Athena-Nike-Tempel. Aufgrund der Zerstörungen und Umweltbelastungen wird die Akropolis beinahe ständig restauriert und gleicht einer permanenten Baustelle.

Awrio

"Awrio" ist in Griechenland fast so etwas wie ein Zauberwort. Wörtlich übersetzt heißt es "morgen". Damit ist jedoch nicht konkret der nächste Tag gemeint. "Awrio" bezeichnet vielmehr - ähnlich wie das spanische "mañana" - einen nicht näher festgelegten Zeitpunkt in der Zukunft. Unangenehme Erledigungen werden gerne auf "awrio" verschoben, also auf irgendwann. Wenn man zum Beispiel einen Handwerker ruft, kann es passieren, dass dieser versichert: "Ich komme dann morgen vorbei." Wann dieses "morgen" ist, sagt er nicht.

Europa

Der Name "Europa" (neugriechisch: Evropi) geht auf die Tochter des phönizischen Königs Agenor zurück. Nach der griechischen Mythologie verliebte sich Zeus, der oberste olympische Gott, in das Mädchen und beschloss, es zu entführen. Dazu nahm er die Gestalt eines Stiers an, der dem Meer entstieg und sich Europa näherte. Auf seinem Rücken brachte er seine Beute über das Meer nach Kreta. Dort gab er sich Europa in seiner göttlichen Gestalt zu erkennen und zeugte mit ihr drei Söhne. Etymologisch leitet sich der Name "Europa" vom griechischen Wort "erebos" (pechschwarze Nacht) und dem semitischen "ereb" (dunkler Abend) ab.

Gia sou

Der Ausdruck "gia sou" ist in Griechenland so etwas wie eine Allzweck-Formel, mit der man fast nie falsch liegt. Er kann als Begrüßung zu jeder Tages- und Nachtzeit benutzt werden. "Gia sou" (gesprochen "jassu") bedeutet wörtlich "auf deine Gesundheit". Die Griechen benutzen es - wie die Italiener ihr "ciao" - im Sinne von "hallo" zur Begrüßung oder von "tschüss»" zum Abschied. Sie sagen "gia sou" auch, wenn jemand niest ("Gesundheit!") oder wenn sie beim Trinken mit Freunden anstoßen ("prost"). Wenn man jemanden siezt oder zu mehreren Leuten spricht, muss es "gia sas" (gesprochen "jassas") heißen.

Gyros

Der Gyros ist die griechische Abwandlung des türkischen Döners. In beiden Fällen handelt es sich um stark gewürztes Fleisch, das auf einen Spieß gesteckt und vor einem vertikalen Grill gedreht wird. Von dem Drehspieß werden die jeweils frisch gegarten Fleischschichten in dünnen Scheiben abgeschnitten. Der Unterschied zwischen dem Gyros und dem Döner besteht darin, dass in der türkischen Version Rind- und Lammfleisch, bei den Griechen dagegen auch Schweinefleisch verwendet wird. Der Gyros (zu deutsch: "Drehung") ist in Griechenland in den vergangenen Jahren seltener geworden. Der Grund: Die Regierung erließ strenge Qualitätsnormen für das verwendete Fleisch, so dass vielen Imbiss-Besitzern die Herstellung zu teuer wurde.

Kafenion

Das Kafenion ist ein zumeist altes und spartanisch eingerichtetes Café. Es bildet traditionell das Zentrum eines griechischen Dorfes. Hier treffen sich überwiegend ältere Männer, spielen Tawli (Backgammon) oder Karten und diskutieren über Politik oder Fußball. Das Kafenion ist bis heute eine Männerdomäne geblieben. Griechische Frauen trifft man dort selten. Allerdings ist diese - als typisch griechisch geltende - Institution auf dem Rückmarsch. Die Lokale können sich wirtschaftlich immer weniger halten, denn im Kafenion halten die Gäste sich häufig stundenlang an einem Kaffee oder einem Ouzo ( siehe Lektion 2) fest. Das Kafenion muss zunehmend modernen Cafés weichen, die auch bei jüngeren Leuten beliebter sind.

"Kiosk", "Kumpel" und "Anisschnaps" sind Teil der zweiten Lektion auf der nächsten Seite.

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