1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Wirtschaft

Griechenland zahlt Kredit an IWF zurück

Griechenland kann seine Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem Internationalen Währungsfonds trotz akuter Finanznöte derzeit noch erfüllen. Eine Kredittranche wurde am Montag fristgerecht beglichen.

Die fällige IWF-Tranche von 580 Millionen Euro sei pünktlich überwiesen worden, sagte ein Regierungsbeamter in Athen. Allerdings muss das Land am 20. März weitere 350 Millionen Euro an den IWF zahlen. 650 Millionen Euro waren bereits früher im März in den Fonds zurück geflossen.

Griechenland hat seit 2010 von seinen Geldgebern aus Europa und vom IWF Finanzhilfen von rund 240 Milliarden Euro erhalten. Die Staatsschulden summieren sich mittlerweile auf etwa 320 Milliarden Euro. Das Land muss neben der Zahlung an den IWF in Kürze auch noch auslaufende kurzfristige Anleihen (T-Bills) über 1,6 Milliarden Euro finanzieren.

Staatspleite bereits im März?

Finanzexperten halten es für möglich, dass dem Land noch in diesem Monat das Geld ausgeht. Finanzminister Yanis Varoufakis sprach am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Günther Jauch" aber nur von einem

"unbedeutenden Liquiditätsproblem"

. Die Regierung tue alles, damit alle Gläubiger ihr Geld zurückbekommen.

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras unterstrich in dem Interview mit der Tageszeitung "Ethnos", die neue Regierung werde trotz allen Drucks der Euro-Partnerländer unter keinen Umständen zu der früheren Sparpolitik zurückkehren. Was die angespannte Finanzlage angehe, so werde diese Frage "auf politischer Ebene bis zum Wochenende gelöst sein." Dies könne entweder im Vorfeld oder auf dem EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag passieren. Einen ehrlichen Kompromiss könne es aber nur geben, wenn alle Beteiligten anerkennen, dass die bisherige Politik des extremen Sparens gescheitert sei.

Unfreiwilliger "Grexit" nicht mehr ausgeschlossen

Griechenland wurde zwar jüngst von den Euro-Partnern eine Verlängerung des laufenden Hilfsprogramms um vier Monate bis Ende Juni gewährt. Solange das Land seine Reformzusagen aber nicht eingelöst hat, fließt kein neues Geld. Das hatte wiederholt auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble deutlich gemacht. Er schließt auch nicht mehr aus, dass Griechenland ungewollt in einen "Grexit" - einen Austritt aus dem Euro - hineinschlittern könnte.

zdh/hmf (rtr)

Die Redaktion empfiehlt